Herstellung des Baguette-Teigs (Foto: SR)

Wie reagieren die Bäcker auf steigende Mehlpreise?

Jana Bohlmann   04.05.2022 | 12:06 Uhr

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine hat Auswirkungen auf viele Bereiche. So werden neben Gas und Öl auch die Lebensmittel teurer - wie zum Beispiel Mehl. Das hat Folgen für die Bäcker und die Kunden im Saarland.

In der Dorfbäckerei Ackermann in Bliesmengen-Bolchen ist morgens immer ein reges Treiben. Zeitweise bildet sich sogar eine Schlange vor der Tür. Die beiden Brüder Albrecht und Reinhard Ackermann leiten mittlerweile mit Reinhards Schwiegersohn Steffen Weigel die Bäckerei und stehen um die Uhrzeit nicht mehr in der Backstube, sondern hinterm Tresen. Die Bäckerei läuft gut, doch eine Sache macht den drei Bäckern Sorge:

„Also die Mehlpreise haben sich dann ungefähr verdoppelt. Das ist schon ein wirklich sehr extremer Anstieg, was wir so normal in Jahrzehnten nie erlebt hat. Und das war dann schon sehr, sehr heftig, und genau das hat die ganze Branche direkt gemerkt“, sagt Steffen Weigel.

Nicht alle Bäcker erhöhen Preise

Grund für diesen Preisanstieg ist unter anderem auch der Krieg in der Ukraine. Immerhin ist das Land einer der größten Weizen-Exporteure weltweit. Die Angst vor einer Knappheit an Weizen, lässt die Preise steigen. Und diese Preissteigerung ist jetzt auch in der Dorfbäckerei Ackermann angekommen. Bis jetzt mussten sie die Preise ihrer Brötchen, Kaffeestückchen und Kuchen noch nicht anheben, doch ausschließen können die Bäcker das nicht.

„Wir von der Dorfbäckerei Ackermann konnten erfreulicherweise bisher die Preise noch stabil halten, weil wir recht große Lagerbestände haben. Aber es wird jetzt in den nächsten ein, zwei, drei Wochen zwangsläufig dann der Zeitpunkt kommen, wo wir auch die Preise anpassen müssen“

Bei dem Blick auf die erhöhten Mehlpreisen wird den Bäckern aber schon jetzt ganz anders zumute:

„Also wir haben schon natürlich erst mal wirklich geschluckt. Man gibt immer sehr, sehr ungern irgendwelche Preissteigerungen bekannt oder an Kunden weiter. Insofern muss man wirklich erst mal sehr, sehr tief durchatmen und man muss, auch mit den Kunden viele Gespräche führen und die im Endeffekt auch schon ein bisschen jetzt darauf vorbereiten.“

Kunden reagieren gelassen

Anders sieht es aus bei der Aromabäckerei Anstadt in Aßweiler. Die Bäckerei hat drei Filialen im Saarland und produziert dadurch natürlich eine größere Menge an Backwaren als zum Beispiel die Dorfbäckerei Ackermann.

"Nicht das Ende der Fahnenstange"

Leiter Uwe Kohlhund blickt der Preissteigerung beim Mehl mit Sorge entgegen. „Also die Mehlpreise sind bis jetzt mehr als ein Drittel gestiegen und sind noch lange nicht am Ende der Fahnenstange. Unser Müller hat schon angedeutet, dass es bis Jahresende extrem wird.“

Auf die hohen Mehlpreise hat die Bäckerei Anstadt reagieren und die Preise erhöhen müssen. Die Kunden scheint das allerdings nicht zu stören, sagt Bäckereifachverkäuferin Birgit Becker: „Also die Kunden reagieren im Großen und Ganzen sehr verständnisvoll, weil es überall Preiserhöhungen gibt."

"Müssen gelassen bleiben"

Bäckereileiter Uwe Kohlhund kämpft zwar mit den hohen Preisen, bleibt aber gelassen: „Wir müssen gelassen der Zukunft entgegensehen. Und das ist der Weg. Panikmache bringt auch nichts. Wir müssen ruhig bleiben und abwarten und dann sehen, was die Zukunft bringt.“

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