Automatisiertes Fahren wird getestet (Foto: SR / Steffani Balle)

Automatisiertes Pendeln zwischen dem Saarland und Lothringen

Mit Informationen von Steffani Balle   21.07.2021 | 12:16 Uhr

Es klingt futuristisch: Ein autonom fahrender Elektro-Kleinbus kommt auf Wunsch nach Hause und bringt jemanden zum Einkaufen, ins Restaurant oder zu Freunden. Dieses Szenario liegt zwar noch in der Zukunft, aber die Vorbereitungen dazu laufen bereits. Derzeit wird das automatisierte Fahren von Berufspendlern an der Grenze zwischen dem Saarland und dem Departement Moselle getestet.

Automatisiertes Pendeln zwischen dem Saarland und Lothringen
Audio [SR 3, Steffani Balle, 21.07.2021, Länge: 03:03 Min.]
Automatisiertes Pendeln zwischen dem Saarland und Lothringen

Die Pilotphase hat mit einem grenzüberschreitenden automatisierten Shuttle-Angebot für Berufspendler begonnen. Seit einer guten Woche lässt sich Giovanna morgens von Creutzwald in Lothringen die 17 Kilometer zur Arbeit in ein großes Logistik-Unternehmen ins Überherrner Gewerbegebiet Häsfeld bringen. Abends öffnen sich per Fernbedienung wieder die Flügeltüren des Sechssitzers, um sie wieder nach Hause zu fahren.

Das Fahrzeug bremst des öfteren wegen Autos, die am Straßenrand parken. Das findet die SR-Reporterin und Mit-Testerin Steffani Balle etwas lästig. In diesen Situationen hätte ein Mensch nicht gebremst. Abgesehen davon lautet ihr Urteil: komfortabel.

Technische Daten werden gesammelt

Wie Giovanna testen weitere Grenzpendlerinnen und -pendler in dem dreimonatigen Feldversuch insgesamt zwei voll-elektronische Tesla-Fahrzeuge. Fünf Passagiere haben darin Platz, wegen Corona sind derzeit aber nur zwei erlaubt.

Bis September werden technische Fahrzeugdaten gesammelt. Etwa, wann die Fahrzeuge autonom fuhren und wann ein Eingreifen eines Fahrers notwendig wurde. Auch die Erfahrungen der Passagiere werden in die spätere Analyse mit aufgenommen. Nach der Testphase mit den Berufspendlern soll dieser neue, automatisierte Fahrdienst auch für die breite Bevölkerung eingesetzt werden.

Die htw saar ist federführend

"Terminal" wurde das Interreg-Projekt getauft, das zu einer grenzüberschreitenden automatisierten Mobilität führen soll. Federführend ist die "htw saar", die Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes. Gefördert wird es vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und dem saarländischen Wirtschaftsministerium.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Region am Mittag" auf SR 3 Saarlandwelle am 21.07.2021 berichtet.

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