Deutsche und türkische Fahne  (Foto: dpa/Gero Breloer)

"Wir müssen wieder mit der Türkei ins Gespräch kommen "

Michael Friemel im Gespräch mit Jean Asselborn   28.09.2018 | 06:40 Uhr

Militärische Ehren, Staatsbankett, gleich zwei Treffen mit der Kanzlerin: Der türkische Präsident Erdogan ist für drei Tage auf einem umstrittenem Staatsbesuch in Deutschland.

Nicht nur Menschenrechtler kritiisieren, dass dem autokratisch regierenden Politiker der rote Teppich ausgerollt wird. Vieles hat in der vergangenen Zeit die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei belastet.

SR 3-Moderator hat mit dem luxemburgischen Außenminister Jean Asselborn über seine Einschätzung gesprochen. Asselborn ist bekannt für seinen Einsatz für Rechtsstaatlichkeit und ein entschiedenes Auftreten gegen Populismus in der EU.

Audio

Jean Asselborn: "Wir können nicht machen, als wäre nichts geschehen" (Foto: dpa)
Audio [SR 3, Michael Friemel / Jean Asselborn, 28.09.2018, Länge: 04:16 Min.]
Jean Asselborn: "Wir können nicht machen, als wäre nichts geschehen" (Foto: dpa)

Der luxemburgische Außenminister wurde denn auch sehr deutlich: Die EU müsse wieder mit der Türkei ins Gespräch kommen. Es dürfe aber nicht so getan werden, als ob nichts geschehen wäre. Erweiterungsgespräche könne es nur geben, wenn die Rechtsstaatlichkeit in der Türkei wieder her gestellt würde.

Es gebe Zehntausende Menschen, die in den Kerkern säßen in der Türkei. Zahllose Menschen, deren Existenz gebrochen worden sei. Die Türkei müsse wieder zurück kommen auf den Weg, den sie nach 2005 eingeschlagen habe, also ein "Gefilde, in dem Demokratie wieder großgeschrieben wird."

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 28.09.2018 berichtet.

Artikel mit anderen teilen