Blutprobe (Foto: dpa)

Corona-Antikörpertests für Privatpersonen

mit Informationen von Stefan Hauch   13.05.2020 | 16:15 Uhr

Bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie ruhen große Hoffnungen auf den sogenannten Antikörpertests. Im Saarland ist eine groß angelegte Studie in Vorbereitung. In Homburg will eine private Initiative in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr zeigen, dass diese Tests jetzt bereits mit relativ überschaubarem Aufwand möglich sind.

Antikörpertests im Ingenieurbüro
Audio [SR 3, (c) SR/Stefan Hauch, 13.05.2020, Länge: 03:10 Min.]
Antikörpertests im Ingenieurbüro

Der Anstoß kam von den Feuerwehrleuten in Homburg: Sie wollten wissen, ob sie sich bei Einsätzen und Kontakten mit infizierten Personen angesteckt haben, ob sie ohne Symtome eine Ansteckung überstanden haben und ihr Körper Antikörper entwickelt hat. Um das zu testen muss Blut entnommen werden. Das geschieht in den Räumen eines Homburger Ingenieurbüros, das auf Arbeitssicherheit und Arbeitsmedizin spezialisiert ist.

Der Firmeninhaber Alexander von Büren ist zugleich Chef der Feuerwehr in Homburg. Er hat die Idee umgesetzt und ein Labor für die Tests gefunden: "Wir waren überrascht, wie unkompliziert das möglich ist. Nachdem klar war, dass das technisch und hygienisch machbar ist, haben wir gesagt, wir probieren es aus." Natürlich sei man bereit, die Ergebnisse anonymisiert für Studienzwecke weiterzugeben.

Die Kassenärztliche Vereinigung hat keine Einwände. Gibt aber zu bedenken, dass Personen, die Antikörper entwickelt haben, nicht garantiert immun sind, sagt Gunter Hauptmann, Chef der KV. "Die Frage ist, wenn der Test positiv ist: Kann man sich auf dieses Ergebnis verlassen? Das muss man ausführlich besprechen." Das heißt, werden keine Antikörper nachgewiesen, hat man die Erkrankung noch nicht überwunden. Sind Antikörper vorhanden, dann ist das noch lange kein Freibrief, mahnt der Allgemeinmediziner Doktor Karl Heinz Klein: "Ein positiv getesteter Patient kann aber die Hoffnung haben, immun zu sein."

Feuerwehr baut Testzentrum auf
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 17.05.2020, Länge: 02:33 Min.]
Feuerwehr baut Testzentrum auf

50 Euro kostet ein Test

Die derzeit verfügbaren Tests bringen eine etwa 95-prozentige Sicherheit. Es gilt: Der Test ist nur ein Hinweis. Deswegen rät Dr. Karl Heinz Klein getestete Patienten sollen sich trotzdem an die geltenden Sicherheitsmaßnahmen halten.

Fünfzig Euro kostet der Test: 25 Euro Laborkosten plus 25 Euro für Organisation und Abwicklung. Das sei ein Selbstkostenpreis, sagen die Initiatoren: „Wir wollten damit auch ein Zeichen setzen, um zu zeigen es ist jederzeit möglich und bezahlbar.“ Ab Montag nimmt das Ingenieurbüro Anmeldungen entgegen. Die Testergebnisse gibt es nach zwei Tagen.

Über dieses Thema wurde auch in der "Region am Nachmittag" auf SR3 Saarlandwelle am 13.05.2020 berichtet.

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