Fahndungsfoto des mutmaßlichen tunesischen Verdächtigen Anis Amri (Foto: dpa)

Interview: "Es gibt ein Problem mit der Transparenz der Geheimdienste"

  19.12.2018 | 08:18 Uhr

Vor zwei Jahren tötete der Attentäter Anis Amri auf dem Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheitplatz 11 Menschen. 55 weitere wurden verletzt. Dann kam heraus: Die Tat hätte womöglich verhindert werden können. Amri war vor seiner Tat von Spitzeln und V-Leuten geradezu umzingelt.

Doch bis heute wissen die Angehörigen nicht, wer für diese schreckliche Tat die politische Verantwortung trägt. Antworten versucht der Untersuchungsausschuss des Bundestags zu finden.

SR3-Moderator Michael Friemel hat Ulrich Stoll, den Autor der Dokumentation "Die Akte Anis Amri. Der Terrorist und die Fehler der Fahnder" gefragt, ob inzwischen klar ist, wie es zu dem Attentat kommen konnte.

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Der beschädigte LKW, der vom Terroristen Anis Amri durch die Menge des Weihnachtsmarktes gesteuert wurde. (Foto: dpa)
Audio [SR 3, Interview: Michael Friemel, 19.12.2018, Länge: 03:01 Min.]
Der beschädigte LKW, der vom Terroristen Anis Amri durch die Menge des Weihnachtsmarktes gesteuert wurde. (Foto: dpa)

Stoll sagt nein, es käme in diesem U-Ausschuss auch immer wieder Neues zu Tage. So sei offenbar das Bundesverfassungsgericht viel stärker involviert als bisher bekannt. Insgesamt habe es um Anis Amri herum wohl acht V-Leute in verschiedenen Islamistengruppen gegeben.

Fatal: Erkenntnisse der V-Leute wurden nicht mitgeteilt

Das "Das Gemeinsame Terrorismusabwehrzentrum", in dem Behörden und Geheimdienste sich austauschen, habe immer wieder die Einschätzung heraus gegeben, es bestehe keine akute Gefährdung. Fatal sei, so Stoll, dass die Erkenntnisse der V-Leute den Behörden nicht mitgeteilt worden seien.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 19.12.2018 berichtet.

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