LKW parken an einer Autobahn-Raststätte (Foto: dpa)

Immer noch Ärger um Lkw-Rastplatz am Pellinger Berg

René Henkgen   18.01.2021 | 16:30 Uhr

Jeder Lkw-Fahrer kennt das Problem: überfüllte Rastplätze auf den Autobahnen. Häufig müssen die Fahrer mehrere Rastplätze anfahren, um einen Stellplatz für die Ruhepausen zu finden. So auch auf der A8 zwischen Saarlouis und Luxemburg. Deshalb soll kurz hinter dem Tunnel Pellinger Berg ein neuer Rastplatz entstehen. 2018 hatte der Gemeinderat dem zugestimmt. Doch nun stellen CDU-Fraktion und Freie Bürger Mettlach das Ganze wieder infrage.

Immer noch Ärger um A8-Rastplatz am Pellinger Berg
Audio [SR 3, René Henkgen, 18.01.2021, Länge: 03:07 Min.]
Immer noch Ärger um A8-Rastplatz am Pellinger Berg

An der A8 Fahrtrichtung Luxemburg soll kurz hinter dem Tunnel Pellinger Berg ein neuer Rastplatz entstehen. Das dafür vorgesehene Gelände befindet sich auf dem Land der Gemeinde Mettlach. Der Gemeinderat hatte 2018 den damaligen Plänen des Landesbetriebs für Straßenbau (LfS) zugestimmt und mit dem LfS eine Durchführungsplanung vereinbart. Daraufhin wurde mit den Planungen begonnen. Bisher seien für die Erstellung des Bebauungsplans 18.000 Euro und für die Erstellung der Straßen- und Entwässerungsplanung ca. 110.000 Euro ausgegeben worden, sagt Carsten Chassard von der Autobahn GmbH des Bundes. Hinzu kommen weitere 187.500 Euro für die bereits erschlossenen Flächen.

Gemeinderat hat wieder Zweifel

Nun, gute zwei Jahre später, kommen dem Mettlacher Gemeinderat Zweifel am geplanten Standort für den Rastplatz. Statt dem Bebauungsplan zuzustimmen, hatte die CDU-Fraktion in einer Ratssitzung im November einen Vertagungsantrag eingereicht und um Überprüfung der Pläne bezüglich des Rastplatzes durch den LfS gebeten.

Für Bürgermeister Daniel Kiefer ist das unverständlich, und er befürchtet zudem, durch die Verzögerung Schadenersatz an die Autobahn GmbH zahlen zu müssen. Man habe sich vertraglich verpflichtet.

Die CDU-Fraktion und die Freien Bürger Mettlach im Rat weisen hingegen darauf hin, dass am geplanten Standort hochwertiges Ackerland in Anspruch genommen und versiegelt werden würde. Für Bürgermeister Kiefer ist das kein Argument. Die jetzt landwirtschaftlich genutzten Flächen würden später durch den Bau der Rastanlage eine wesentlich bessere Ökobilanz ausweisen, da am geplanten Standort Ausgleichsmaßnahmen erfolgen müssten, so der Bürgermeister.

Ehemalige Firmengelände Fixemer - eine Alternative?

Die Mehrheit im Mettlacher Gemeinderat hat nun stattdessen eine Alternative in Spiel gebracht: einen Autohof auf dem ehemaligen Firmengelände der Spedition Fixemer in Perl-Borg.

Dem erteilt Carsten Chassard von der Autobahn GmbH jedoch eine Absage. Das sei keine ernsthafte Alternative: "Das Gelände liegt 1,5 Kilometer von der Autobahn entfernt und wir wollen den Fernverkehr auf der Autobahn belassen und ihn nicht ins nachgeordnete Netz führen." Und er weist darauf hin, dass aus Rücksicht auf die Wohnbebauung auf den Bau der Rastanlage Weiler Nord verzichtet worden sei "und da macht es überhaupt keinen Sinn, stattdessen eine Rastanlage direkt an der Wohnbebauung Perl-Borg zu bauen."

Ähnlich sieht dies auch die SPD im Perler Gemeinderat. Ihr Fraktionsvorsitzender Michael Fixemer empfiehlt der CDU Mettlach, die praktisch abgeschlossene Planung des Neubaus am Tunnel Pellinger Berg auf den Weg zu bringen.

Kommende Woche gibt es eine Bauausschusssitzung in Mettlach, an der auch die Autobahngesellschaft teilnimmt. Im Februar steht die Rastanlage Pellinger Berg dann wieder auf der Tagesordnung des Mettlacher Gemeinderates.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 18.01.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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