Ein Arzt trägt ein Stethoskop um den Hals. (Foto: picture alliance / Rolf Vennenbernd/dpa)

Krankenhäuser auf beiden Seiten der Grenze wählbar

Lisa Huth   12.06.2019 | 15:47 Uhr

Seit dem 12. Juni gibt es einen neue grenzüberschreitende Zusammenarbeit unterzeichnet. Beim Projekt „Mosar“ werden künftig Krankenhäuser aus dem Eurodistrikt Saarmoselle zusammen arbeiten. Sieben Jahre hat es gedauert, bis das spruchreif war.

Bei „Mosar“ geht es zunächst um die Neurochirurgie. Die SHG-Kliniken in Völklingen, der Winterberg in Saarbrücken sowie die Krankenhäuser in Forbach, Freyming-Merlebach und Saargemünd arbeiten nun zusammen. Künftig können sich also deutsche Patienten dort und französische diesseits der Grenze behandelt werden, ohne ihre Kassen erst um Erlaubnis bitten zu müssen.

Mit Herzinfarkt ins Hôpital
Audio [SR 3, (c) SR Lisa Huth , 12.06.2019, Länge: 03:10 Min.]
Mit Herzinfarkt ins Hôpital

Mit dem Vertrag ist der Anfang gelegt worden. Es sollen etwa Mutter-Kind-Versorgung nach der Geburt folgen, Nachsorge nach OPs, Reha und andere mehr. Für Saarländer interessant ist zum Beispiel die „radiologische Diagnose“ in Saargemünd, die es sonst nur in Homburg gibt. Oder eine Schilddrüsenoperation, für die man im Saarland zwei Tage ins Krankenhaus muss, die wird in Frankreich ambulant gemacht.

Win-Win-Situation für beide Seiten

Somit öffnet sich also nach und nach ein Hinterland für die Krankenhäuser, das in Deutschland selbstverständlich ist. Jedes Krankenhaus hat üblicherweise ein Einzugsgebiet von 360 Grad. Die Krankenhäuser an der deutsch-französischen Grenze können also nach und nach ihren Radius ebenfalls erwarten. Da im Saarland immer von Überversorgung die Rede ist, ist durch die größere Auslastung die bisherige Struktur gesichert - eine Win-Win-Situation für beide Seiten also.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Region am Nachmitttag" auf SR 3 Saarlandwelle am 12.06.2019 berichtet.

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