Fördergerüst Göttelborn (Foto: SR/Alexander M. Groß)

Saarlouis warnt vor schlechterer Wasserqualität

  05.06.2019 | 07:17 Uhr

Die Kreisstadt Saarlouis warnt vor einer massiven Verschlechterung der Wasserqualität in der Saar. Die geplante Einleitung von bis zu 20 Millionen Kubikmetern Grubenwasser werde die Stadt belasten. Die Stadt Dillingen fordert zudem ein neues Gutachten.

Kommentar
Gruben-Flutungspläne umstritten
Ein Kommentar von SR-Wirtschaftsredakteurin Karin Mayer

Beim Erörterungstermin zum Grubenwasserkonzept der RAG wies ein Vertreter der Stadt Saarlouis darauf hin, dass die Schadstoffbelastung steigen werde. Wenn künftig 20 Millionen Kubikmeter Grubenwasser konzentriert im Hoheitsgebiet der Stadt in die Saar eingeleitet werden sollten, verändere sich auch die Temperatur in der Saar. Zudem liege die geplante Einleitungsstelle zwischen zwei Staustufen. Bei Niedrigwasser werde diese Zone kaum durchmischt. Die Kommune müsse deshalb mit Grenzwertüberschreitungen rechnen. Das werde in den vorliegenden Gutachten zum Grubenwasserkonzept nicht berücksichtigt.

Dillingen fordert weiteres Gutachten

Ensdorf
Diskussion über Schäden durch Grubenflutung
In Ensdorf konnten Bürger mit den Verantwortlichen über den geplanten Grubenwasseranstieg in Ensdorf diskutieren. Gestern war das Interesse geringer als erwartet. Doch am Vormittag stehen wichtige Haftungsfragen auf dem Programm.

Die Stadt Dillingen und die Stadtwerke Dillingen haben zudem ein zusätzliches Gutachten zum Trinkwasser gefordert. Eine Vertreterin der Stadt Dillingen kritisierte, dass bisher kein Konzept für ein Monitoring des Trinkwassers während des möglichen Anstiegs des Grubenwassers erstellt wurde. Ein Monitoring für das Trinkwasser fordert auch der Zweckverband der Wasserversorger. Beim Erörterungstermin in Ensdorf hat auch der BUND Saarland darauf hingewiesen, dass die Schadstoffbelastung im Grubenwasser durch die konzentrierte Einleitung in die Saar steigen wird. Steffen Potell vom BUND forderte deshalb den Gewässerschutz ernst zu nehmen.

Über das Thema wurde auch in der "Rundschau" am 5. Juni 2019 berichtet.

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