Gigabi-Internet-Kabel (Foto: SR)

Warum es bei der Digitalisierung hakt

Lisa Krauser   11.06.2021 | 15:00 Uhr

Wer etwa sein Auto anmelden möchte, muss zurzeit mit erheblichen Wartezeiten rechnen. Eine digitale Lösung könnte das Verfahren beschleunigen. Doch die Digitalisierung der Verwaltung steht noch vor einigen Hürden.

Wer einen Termin auf dem Amt braucht, der braucht unter Umständen auch starke Nerven. Vor allem in Saarbrücken. Wer zum Beispiel einen Personalausweis beantragen und dafür online einen Termin machen will – der wird meist enttäuscht: Keine Termine verfügbar.

Rathäuser unterschiedlich ausgerüstet

Auch in anderen Kommunen im Saarland ist es schwierig, Termine zu bekommen oder man muss lange darauf warten. Wie lange, das hängt vom Wohnort ab, sagt der Neunkircher Oberbürgermeister von und stellvertretener Präsident des Saarländischen Städte und Gemeindebundes, Jörg Aumann. "Das liegt einfach daran, dass unsere Rathäuser ganz unterschiedlich sind. Wir hier in Neunkirchen haben zum Beispiel einen relativ kleinen Warteraum. Also bleibt uns gar nichts anderes übrig, als diese Terminlösung zu machen"

Nicht alles ist online möglich

Im Jahr 2021 könnte man ja eigentlich erwarten, dass man einfach alles online erledigen kann, ohne auf dem Amt vorbeischauen zu müssen. Einiges gehe ja auch schon, beschwichtigt Aumann, manches sei aber einfach nicht möglich. "Wir sind da an gesetzliche Vorgaben gebunden. Beispiel: Bundespersonalausweisgesetz. Man kann also keinen Perso online bentragen."

Unter bürgerdienste-saar.de sind die Verwaltungsdienstleistungen aller Kommunen im Saarland aufgelistet. Dort sieht man auch, welche Erledigungen online möglich sind. Zum Beispiel die Beantragung von Elterngeld oder Anwohner-Parkplaketten. Aber auch hier wird offensichtlich: Vieles geht noch nicht online. Es passiert aber was, sagt Stephan Thul vom Zweckverband eGo Saar, der die saarländischen Kommunen bei der Digialisierung der Verwaltung unterstützt.

Bis 2022 muss alles digitaler werden

Schon bald muss die Verwaltung digitaler werden, erklärt Stephan Thul. So steht´s im Online-Zugangsgesetz des Bundes. Demnach sollen bis Ende 2022 die am häufigsten genutzten und nachgefragten Verwaltungsleistungen digitalisiert sein. Um das Ziel zu erreichen, arbeiten die Kommunen und das Land eng zusammen. "Das geht von einer Wohnort-Ummeldung, über die Anmeldung der Hundesteuer, ja, alle Themen, die letztendlich in der Verwaltung bearbeitet werden, werden zukünftig digital dargeboten.

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