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70 Jahre nach dem ersten Bundesparteitag der CDU

  20.10.2020 | 07:25 Uhr

Vor 70 Jahren, am 20. Oktober 1950, fand in Goslar der Gründungsparteitag der CDU statt. Die Planungen für die "Christlich Demokratische Partei" starteten sogar schon im Mai 1945, allerdings dezentral auf lokaler Ebene. Bis zum Gründungsparteitag bestand die CDU nur aus 16 selbständigen Landesverbänden.

In der alten Kaiserstadt Goslar fand vom 20. bis 22. Oktober 1950 der erste Bundesparteitag der CDU statt. Die 386 Delegierten verabschiedeten das Statut der CDU und wählten Konrad Adenauer zum ersten Parteivorsitzenden. Mehr als ein Jahr nach der ersten Bundestagswahl und der Bildung der Bundesregierung kam es damit zur Gründung der CDU-Bundespartei.

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Prof. Dr. Norbert Lammert über die Parteigründung der CDU
Audio [SR 3, Michael Friemel/Norbert Lammert, 20.10.2020, Länge: 03:42 Min.]
Prof. Dr. Norbert Lammert über die Parteigründung der CDU

Eine Volkspartei im Wandel der Zeiten

Journalistin und Autorin Eva Quadbeck beschreibt die CDU als die klassisch-konservative Partei im Pateienspektrum Deutschlands. Sie sei aber noch mehr als eine konservative Partei: "Sie ist pragmatisch, machtorientriert und sehr stark immer an einer Führungsposition orientiert." Unter anderem hätte dies dazu geführt, dass sie bundespolitisch betrachtet die letzte Volkspartei in einem Parteiensystem ist, das sich  inzwischen – wie in vielen anderen europäischen Ländern auch – stark ausdifferenziert hat.

"Die CDU ist die klassisch-konservative Partei in dem Pateienspektrum in Deutschland"
Audio [SR 3, Michael Friemel/Eva Quadbeck, 20.10.2020, Länge: 04:05 Min.]
"Die CDU ist die klassisch-konservative Partei in dem Pateienspektrum in Deutschland"

Da die CDU in den 70 Jahren seit ihrer Konstituierung auf Bundesebene 50 Jahre lang den Kanzler bzw. die Kanzlerin gestellt hat, habe die Partei, wie keine andere die Bundespolitik seit dem zweiten Weltkrieg geprägt, sagt Quadbeck.

CDU damals

Die CDU sei seit jeher personengeprägt, so die Autorin. So seien beispielsweise die Werte, die zurzeit von Adenauer vertreten wurden, bis heute mit seinem Namen verbunden: die Adenauer-Zeit. Eine Zeit, die auf der einen Seite für bürgerliche Enge steht, in der aber auch schon die großen Linien, die die CDU bis zur großen Wende geprägt haben, zu sehen waren. "Sie war wirtschaftsfreundlich, die Westbindung an die USA war schon da, die Partei war klar antikommunistisch aufgestellt und pro-europäisch."

CDU heute

Die CDU heute sei eine ganz andere als die der Adenauer-Zeit. Das habe mit Merkel und Kohl als zwei Vorsitzenden und Langzeitkanzlern zu tun, die für ihre Zeit immer die notwendigen Reformen angeschoben haben. Gerade Merkel sei immer mit dem Mainstream gegangen, dabei sei es ihr aber nicht gelungen, eine Partei rechts der CDU zu verhindern. "Eine solche Entwicklung wäre in der Adenauerzeit, zumal so kurz nach dem Nationalsozialismus, nicht denkbar gewesen,“ sagt Quadbeck.

Ein Thema in der "Guten Morgen" am 20.10.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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