Interview der Woche: Flughafen-Aufsichtsratschef Jürgen Barke

Über die Zukunft des Flughafens Saarbrücken-Ensheim

Im Interview der Woche: Jürgen Barke (SPD), Aufsichtsratsvorsitzender des Flughafens Saarbrücken

Audio: Karin Mayer. Foto: Pasquale D'Angiolillo. Onlinefassung: Rick Reitler  

Jürgen Barke, der Aufsichtsratsvorsitzende des Flughafens Saarbrücken, geht davon aus, dass der Standort eine Zukunft vor sich hat - auch dank der wichtigen Verbindung nach Berlin. Im Interview der Woche spricht er u. a. darüber, wie es gelang, mit der dänischen Gesellschaft DAT einen neuen Anbieter für diese Destination zu gewinnen.

Sendung: Samstag 18.01.2020 12:45 Uhr


Sechs Flughäfen gibt es in der Großregion. Im Umkreis von 175 Kilometern werben sie mit Ferien- und Geschäftsflügen um Passagiere. Der Flugbetrieb allein reicht meist nicht aus, um sie wirtschaftlich zu betreiben. Trotzdem will keine Region auf wichtige Verkehrsanbindungen verzichten. Aber das wird immer schwerer.

Video [aktueller bericht, 21.01.2020, ab Minute: 12:26]
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Neue Berlin-Verbindung

Drei Wochen Ensheim-Berlin
DAT und Flughafen ziehen positive Bilanz
Seit drei Wochen bedient die dänische Airline Danish Air Transport (DAT) die Berlin-Strecke ab Saarbrücken-Ensheim. Offiziell begrüßt und vorgestellt wurde sie aber erst am 21. Januar. Die erste Bilanz nach drei Wochen fällt gut aus.

Im Saarland ist es vor Kurzem gelungen, mit Danish Air Transport (DAT) einen neuen Anbieter für die Berlin-Verbindung zu finden, nachdem zunächst die insolvente Air Berlin, später Luxair für diese Destination weggebrochen waren.

Ein sehr wichtiger Schritt nicht nur für die Arbeitsplatz-Sicherheit der über 110 Flughafen-Mitarbeiter in Saarbrücken-Ensheim, sondern auch für wirtschaftliche Anbindung an die Bundeshauptstadt und überhaupt für die Menschen in der Region, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Jürgen Barke (SPD), der Aufsichtsratsvorsitzende des Flughafens, im Gespräch mit SR-Wirtschaftsredakteurin Karin Mayer. "Luxair hat uns geholfen, mit der DAT eine Lösung zu finden", lobte Barke die luxemburgische Gesellschaft.

"Eine der besten Entscheidungen der letzten Jahre"

Passagierzahlen sollen gesteigert werden
Berlin-Strecke macht dem Flughafen Hoffnung

"Dass wir es geschafft haben, eine Verbindung dauerhaft aufrecht erhalten zu können, das hat auch was mit der Bedeutung der Linie zu tun", sagte Barke. Immer gebe es "sehr viel Interesse am Fliegen aus der Region in die Bundeshauptstadt". Bei der Vereinbarung mit DAT handele es sich um "eine der besten Entscheidungen, die wir, glaub' ich, in den letzten Jahren treffen konnten."

Nun werde das "Marketing" zeigen, ob es gelingen werde, zusammen mit DAT verloren gegangenes Publikum zurückzugewinnen. "Ich setz' da große Hoffnungen rein", sagte Barke.

Der Markt entscheidet

Ob sich alle sechs Flughäfen der Region dauerhaft am Markt werden behaupten können, darüber wollte Barke nicht spekulieren. Am Ende würden darüber "die Fluggesellschaften und die Fluggäste entscheiden, welche Flughäfen gebraucht werden und welche nicht", so Barke. Solange am Standort Saarbrücken aber "das Geschäftsmodell funktioniert und die Angebote und die Nachfrage da" seien, habe der Flughafen Ensheim "auch auf Dauer seine Berechtigung".

Ein Thema in der Sendung "Bilanz am Mittag" vom 18.01.2020 auf SR 2 KulturRadio.

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