Stromzähler (Foto: dpa/Jens Büttner)

Zähler-Ablesen: Teures Monopol für die Mieter

  17.12.2018 | 08:07 Uhr

Am Jahresende müssen wieder die Zählerstände abgelesen werden. In der Regel kümmern sich um das Ablesen und Abrechnen spezielle Firmen. Doch wissen die wenigsten, wer bei ihnen die Zähler für Strom, Wasser, Heizung abliest. Und auch nicht, was sie dafür bezahlen.

Das sind Fragen, mit denen sich auch das Bundeskartellamt im vergangenen Jahr beschäftigt hat. Die Kartellwächter prangern fehlenden Wettbewerb und fehlende Transparenz bei Ablesefirmen an, spricht gar von einem "wettbewerbslosen Oligopool".

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Wissen Sie, was Sie fürs Stromablesen zahlen müssen? (Foto: dpa)
Audio [SR 3, Patrick Wiermer, 17.12.2018, Länge: 02:16 Min.]
Wissen Sie, was Sie fürs Stromablesen zahlen müssen? (Foto: dpa)

Für den Deutschen Mieterbund ist diese Intransparenz ein großes Ärgernis. Laut Kai Werner vom saarländischen Landesverband des Mieterbundes bleiben die Kostenvon etwa 74 Euro am Mieter hängen.

Auf dem Markt der Zählerableser dominieren die Firmen techem und ista. Sie haben zusammen einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent, auch im Saarland. Beide Firmen wurden in den vergangenen Monaten für rund 4,5 Milliarden an Investoren verkauft.

Firmen weisen Vorwurf zurück

Auf SR-Anfrage wehrt sich Techem: "Wir befinden uns in einem regen Wettbewerb mit rund 200 größeren und kleineren Unternehmen in ganz Deutschland. Unsere Kunden vergleichen den Service und die Preise verschiedener Anbieter und verhandeln intensiv, im Sinne ihrer Mieter."

Die Firma "ista" schreibt: "Die umfassende Untersuchung hat ergeben, dass sich die Anbieter wettbewerbskonform verhalten. Es gibt keinen Marktmissbrauch."

Kartellamt will mehr Transparenz

Das Bundeskartellamt sieht deshalb auch keine Anhaltspunkte für ein wettbewerbsbehördliches Einschreiten. Das amt will den Markt aber transparenter machen. Die Unternehmer sollen dafür unter anderem Zähler installieren, die auch von anderen Firmen abgelesen werden können.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 17.12.2018 berichtet.

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