Aufnahmen von der Wohnsiedlung "Folsterhöhe" in Saarbrücken (Foto: UNSERDING/Florian Rahbari)

17.000 Wohnungen fehlen allein in Saarbrücken

mit Informationen von Eva Lippold   13.09.2019 | 07:30 Uhr

Bezahlbarer Wohnraum für Menschen mit niedrigen Einkommen ist im Saarland rar. Und die Zahl der Sozialwohnungen im Saarland hat in diesem Jahr einen historischen Tiefstand erreicht – laut einer aktuellen Studie fehlen allein in Saarbrücken 17.000 Sozialwohnungen.

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Eine Diskussionsrunde zur Mangelware "Bezahlbare Wohnung"
Audio [SR 3, Eva Lippold, 13.09.2019, Länge: 03:51 Min.]
Eine Diskussionsrunde zur Mangelware "Bezahlbare Wohnung"

Jeder Mensch braucht eine Wohnung und wohnen darf kein Luxus werden" - das war das Thema einer Diskussionsrunde, die am 13. September auf dem St. Johannes Markt in Saarbrücken stattgefunden hat. Mit dabei: der Saarbrücker Baudezernenten Heiko Lukas, Innen- und Bauminister Klaus Bouillon und Betroffene. Eingeladen hatte der Caritasverband.

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17.000 Sozialwohnungen fehlen in Saarbrücken
[SR 3, (c) Eva Lippold, 13.09.2019, Länge: 03:58 Min.]
17.000 Sozialwohnungen fehlen in Saarbrücken

Für viele Menschen frisst die Miete einen Großteil ihres Einkommens auf, allein in Saarbrücken fehlen tausende Sozialwohnungen. Und für viele Sozialleistungsempfänger bedeutet das neuerdings: Leben unter dem Existenzminimum, so wie bei Hannelore Engelhardt.

Ihr Mann wurde vor zwei Jahren arbeitslos, sie selbst hat die Lungenkrankheit COPD, ist berufsunfähig. Gemeinsam mit seiner behinderten Tochter lebt das Paar in Saarbrücken-Burbach – in der günstigsten Wohnung, die sie finden konnten – und doch ist die Miete zu hoch. 2 Jahre lang zahlte die Familie aus dem Regelsatz drauf – ein Leben unter dem Existenzminimum. Dagegen hat sie geklagt, nun zahlt sie nur noch 45 Euro selbst dazu.

Fast 20 Prozent zahlen drauf

Hannelore Engelhardt ist kein Einzelfall: Seit 2016 übernimmt das Amt die Miete für Sozialleistungsempfänger nur noch bis zum Regelsatz – und im Saarland zahlen fast 20 Prozent der Leistungsempfänger für ihre Wohnung drauf, sagt Jutta Trémezaygues vom Caritasverband.

Über dieses Thema wurde auch in "Guten Morgen" und der "Region am Mittag" am 13.09.19 auf SR 3 berichtet.

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