Schmökerplätzchen am Kamin (Foto: Oliver Kleinbauer)

Interview: "Eine Chance, seine Wohnidee neu umzusetzen"

Michael Friemel / Uwe Linke   24.10.2020 | 12:16 Uhr

"Bleiben Sie zuhause", sagte Bundeskanzlerin Merkel in einer wöchentlichen Videobotschaften. Und keine Privatpartys! Die Zahl der Neuinfektionen erreicht täglich neue Rekordwerte. Zuhause bleiben soll dafür sorgen, dass die Ansteckungszahlen sinken. Zuhause bleiben, im Herbst und Winter, da bekommt das Wohnen einen ganz neuen Wert. Der Psychologe Uwe Linke aus München, hat unter anderem das Buch "Die Psychologie des Wohnens" geschrieben. Ihn fragte SR 3-Moderator Michael Friemel, ob es wichtig sei, gerne zu Hause zu sein.

Interview: "Es geht nicht um das Haus, sondern um ein echtes Zuhause."
Audio [SR 3, Michael Friemel / Uwe Linke, 24.10.2020, Länge: 03:41 Min.]
Interview: "Es geht nicht um das Haus, sondern um ein echtes Zuhause."

Uwe Linke nennt als positiven Aspekt die Gelegenheit, auszukosten und zu erleben, was Wohnen tatsächlich bedeute. Corona schneide die Menschen ein bisschen von diesem Sozialkontakten ab. Das sei der Moment, das sie herausfinden könne, "was unsere Persönlichkeit entwickelt oder zu überlegen, was uns wirklich entspannt."

Wer Homeoffice macht, sollte jedeoch darauf achten, Arbeit und Wohnung zu trennen. Die Gehirnforschung habe gezeigt, dass Multitasking, also alles gleichzeitig zu machen, nicht funktionier. Menschen müssten Dinge nacheinander und nicht parallel abarbeiten. Jede Ablenkung koste fast zehn Minuten, um wieder mit voller Konzentration bei der Sache sein zu können. Draum: Arbeit und Wohnen sichtbar auseinander halten. Unterschiedliche Zonen mit ruhigen Rückzugsmöglichkeiten schaffen, wo man entspannen kann.

Jetzt sei auch die Gelegenheit, vieles, das über Jahrzehnte angehäuft wurde, auszumisten, sein eigenes Wohnkonzept wieder komplett von Neuem zu überlegen. Wohnen bedeute ja vom Wortstamm her, zufrieden sein und auch bleiben. Daran sei zu erkennen, dass es nicht nur um ein Haus geht, sondern ein echtes Zuhause.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 24.10.2020 berichtet.

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