Volker Presser (Foto: SR/Yvonne Schleinhege)

Grubenwasser als Lithiumlieferant?

Yvonne Schleinhege   10.12.2020 | 13:00 Uhr

Das Thema "Grubenwasser" erhitzt nach wie vor im Saarland die Gemüter - zum einen wegen eines möglichen Grubenwasseranstiegs und den daraus resultierenden Folgen für Mensch und Natur. Aber auch die im Wasser enthaltenen Stoffe wie beispielsweise das krebserregende PCB bereiten Sorgen. Wissenschaftler am Leibnitz-Institut für neue Materialien in Saarbrücken können dem Grubenwasser aber auch etwas Gutes abgewinnen: Lithium - ein Material, das in Batterien gebraucht wird.

Grubenwasser als Lithiumlieferant
Audio [SR 3, Yvonne Schleinhege, 10.12.2020, Länge: 03:01 Min.]
Grubenwasser als Lithiumlieferant

Professor Volker Presser steht vor einen recht unspektakulären Labor-Kasten. Darin nicht nur Schläuche, sondern auch Elektroden und einige andere Laborgeräte. Und natürlich Grubenwasser – wenn auch nur Grubenwasser, das im Labor zusammegemixt wurde. Noch ist das Projekt ja in der Experimentierphase.

Später einmal soll richtiges saarländische Grubenwasser zum Einsatz kommen. Davon gibt es Millionen Liter, die abgepumpt und in die saarländischen Gewässer geleitet werden. Wasser mit einem durchaus schlechten Image im Saarland – und doch enthält es auch Stoffe, die wertvoll sind. Lithium zum Beispiel.

Litium ist ein zentraler Rohstoff für die Elektromobilität. Nun forscht ein kleines Team um Professor Volker Presser am Leibnitz-Institut für neue Materialien in Saarbrücken daran, wie man das Lithium effizient aus dem Grubenwasser gewinnen kann.

Die RAG Stiftung unterstützt das Projekt finanziell. Auch hier hat man sicher ein Interesse daran, dass das Grubenwasser sein schlechtes Image verliert.

Natürliche Anreicherung

Lithium reichert sich übrigens auf ganz natürliche Weise im Wasser unter Tage an. Was sich in den Schächten und Stollen sammelt ist nichts anderes als Regenwasser, das durch viele Gesteinsschichten geflossen ist. Im Labor geht es nun darum, dieses Lithium dem Wasser wieder zu entziehen – und zwar mit Hilfe von elektro-chemischen Prozessen.

Das saarländische Grubenwasser enthält aber nur einen vergleichsweise geringen Anteil an Lithium. Die große Frage ist daher, ob die Gewinnung irgendwann einmal auch wirtschaftlich ist.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 10.12.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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