Ein Rotfuchs vor einem Zaun. (Foto: Pixabay / Capri23 auto)

Von Feinschmeckern, Jägern und Kerzenfans

Markus Person   02.10.2020 | 10:02 Uhr

Ob Rehe, Wildschweine oder Füchse - sie alle schätzen unsere Friedhöfe, denn dort ist für sie der Tisch reich gedeckt und sie sind zudem vor Hunden und Jäger sicher.

Audio

Ungebetene Feinschmecker auf dem Friedhof in St. Ingbert
Audio [SR 3, Markus Person, 30.09.2020, Länge: 02:31 Min.]
Ungebetene Feinschmecker auf dem Friedhof in St. Ingbert

Immer mehr Tiere verlassen die Wälder, suchen ihre Nahrung in bewohnten Gebieten. So zum Beispiel Rehe, Wildschweine und auch Füchse. "Da bleiben die Friedhöfe natürlich nicht unberührt.“ sagt Andreas de Groot. Er ist seit 20 Jahren Friedhofsmeister der Stadt Sankt Ingbert, zuständig für sechs Friedhöfe. Mit ungebetenem tierischem Besuch auf seinem Territorium kennt er sich aus. Er hat über die Jahre schon so einige kuriose Geschichten erlebt.

Von Feinschmeckern, Jägern und Kerzenfans

In einem Fall wurde regelmäßig der Blumenschmuck auf einem Grab zerstört. Der Betroffene glaubte an Vandalismus und wollte Anzeige erstatten. Doch dann wurde der Übeltäter überführt: ein Reh, dass ausgerechnet diese Geranien so lecker fand. "Rehe sind Feinschmecker. Sie fressen teilweise auch nur spezielle Sorten oder Geranien nur in einer bestimmten Farbe“, sagt de Groot.

Andere tierische Besucher gehen bei ihren Abstechern auf den Friedhöfen weniger wählerisch vor. So pflügten noch im Mai dieses Jahres mehrere Wildschweine auf dem Waldfriedhof Grünflächen und Gräber auf der Suche nach Engerlingen um. Andreas de Groot und seinen 15 Mitarbeitern gelang es aber, die Tiere durch regelmäßiges Stören und Aufschrecken zu vergrämen.

Kaum waren die Wildschweine dort weg, gab es woanders aber schon wieder die nächsten Besucher, ebenfalls mit überraschenden Geschmacksvorlieben. So manche Kerze viel schon den vierbeinigen Besuchern zum Opfer, denn Wildtiere fressen Paraffin. Und für Fuchs sei der Friedhof interessant, dass es dort viele Mäuse gibt, die sich teilweise unter den Grabplatten verstecken. Zudem ist er für Jungfüchse ein ideales Jagdgebiet, weil es dort weder Hunder noch Jäger gibt.

Ein Thema in der Sendung "Bunte Funkminuten" am 02.10.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja