Die Eppelborner Auffangstation für Wildtiere

Die Eppelborner Auffangstation für Wildtiere

Julia Becker   26.01.2021 | 09:45 Uhr

Die Wildtierauffangstation in Eppelborn ist eine Einrichtung des Saarforsts und damit eine der wenigen vom Land finanzierten Stationen dieser Art bundesweit. Jennifer Knur-Schmidt ist dort die einzige Festangestellte. Mit ihrem Team aus Ehrenamtlichen umsorgt sie das ganze Jahr über verletzte oder hilflose Wildtiere. Oft ein 24-Stunden-Job, aber für die Tierfreundin gibt es trotzdem nichts Schöneres.

Igel in der Wildtier-Auffangstation in in Eppelborn (Foto: SR/Julia Becker)

Zur Zeit leben etwa 65 Tiere in der Auffangstation in Eppelborn. Im Frühjahr werden es wieder viel mehr sein, vor allem Jungtiere: Rehkitze, Hasen, Siebenschhläfer, Füchse, Eichhörnchen, Mader, Igel... Rund 1000 Tiere sind es im Jahr, die hier aufgepeppelt und gepflegt werden, damit sie wieder ausgewildert werden können.

Wildtierauffangstation Eppelborn
Klingelfloß
66571 Eppelborn
Telefon
0681-9712-839 oder 0160-98949866

Jennifer Knur-Schmidt arbeitet seit 2015 in der Auffangstation. Aktuell kümmert sie sich mit ihrem Team unter anderem um einige Igel, einige Dachse und drei Wildkatzen. Sie seien im Herbst von Spaziergängern gefunden worden. Damals seien sie drei Wochen alt gewesen. Vielleicht wäre es damals besser gewesen, die Tiere an Ort und Stelle zu lassen, weil die Mutter möglicherweise nur auf Futtersuche gewesen war, sagt die Tierexpertin. Manchmal seien Menschen, die Wildtiere finden, zu engagiert, sagt sie. Ihr Rat: "Wenn man Jungtiere findet, immer erst mal kurz bei uns anrufen."

Dachs in Wildtierauffangstation (Foto: SR)
Dachs in Wildtierauffangstation

Im besten Fall ist der Aufenthalt für die Tiere in der Auffangstation nur kurz und sie können bald wieder in die Freiheit entlassen werden. Die vier Dachse leben schon seit einem Jahr in Eppelborn. Der Jüngste, Samson, war gerade mal vier Tage alt, als er in die Auffangstation kam. Damit er nicht alleine ist, hat Jennifer Knur-Schmidt drei weitere Dachse aus einer anderen Auffangstation übernommen. Jetzt sind die vier Dachse soweit fit, dass sie im Frühjahr ausgewildert werden können.

Jennifer Knur-Schmidt macht ihren Job mit Herzblut und opfert dafür viel Freizeit. Oft zieht sie auch kleine Tiere zu Hause auf. Feierabend hat sie quasi nie. Traurig findet sie, dass viele Menschen so wenig Verständnis für ihre Arbeit haben.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 26.01.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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