Wildschweine bei der Nahrungssuche auf einer Wiese (Foto: picture alliance / Paul Zinken/dpa)

Wildschweinplage in mehreren Stadtteilen

Patrick Wiermer   26.11.2021 | 16:45 Uhr

Völklingen leidet zurzeit unter einer wahren Wildschweinplage. In mehreren Stadtteilen sind die Tiere bis in die Wohngebiete vorgedrungen. Aktuell besonders betroffen ist der Stadtteil Fenne. Die Anwohner der Leostraße sehen sich fast schon eingekesselt, trauen sich teilweise nicht mehr aus dem Haus.

Die Leostraße in Völklingen-Fenne scheint zurzeit bei Wildschweinen besonders beliebt. Die Tiere kommen jeden Tag - morgens, abends und teilweise auch schon am Nachmittag. Und sie hinterlassen deutliche Spuren.

Rund um die Hochhäuser in der Leostraße hat das Schwarzwild aus einer Fußballplatz großen, ehemals grünen Rasenfläche einen Acker gemacht. Auch einige Vorgärten haben die Tiere auf der Suche nach Futter bereits umgegraben. Und das ist nicht das einzige Problem.

Wildschweinplage in Völklingen-Fenne
Audio [SR 3, Patrick Wiermer, 26.11.2021, Länge: 03:09 Min.]
Wildschweinplage in Völklingen-Fenne

Anwohner haben Angst

Einige Anwohner erzählen, dass sie nicht zur Arbeit konnten, weil die vielköpfige Rotte draußen stand. Auch Mülltonnen sind vor den Tieren nicht sicher. Und nicht wenige haben inzwischen sogar Angst, sich draußen aufzuhalten oder an der Bushaltestelle zu warten.

Bürgermeister Sellen: Nur begrenzte Möglichkeiten

Die Anwohner werfen der Stadtverwaltung vor, das Problem nicht ernst zu nehmen. Die Stadt sei sich des Problems durchaus bewusst und würde die notwendigen Maßnahmen auch einleiten, sagt Bürgermeister Christoph Sellen. Doch das Instrumentarium der Maßnahmen sei leider sehr beschränkt.

Nicht nur Fenne ist betroffen

Von der Wildschweinplage sind mittlerweile mehrere Stadtteile Völklingens betroffen - darunter auch Fürstenhausen und Geislautern. Auch die Stadionstraße ist betroffen. Dort hat sich eine Rotte auf dem Parkplatz des Freibades eingerichtet. Und in Fenne kamen die Tiere offenbar auch schon Kindern bedrohlich nahe.

Was tun?

Einerseits würden die Tiere bejagt, man habe aber als Stadt auch die Grundstückseigentümer angesprochen, das Unterholz zurück zu schneiden um den Wildschweinen so die Rückzugsmöglichkeiten zu nehmen, sagt Sellen.

Die Anwohner reicht das nicht. Sie fordern, dass die Tiere per Drückjagd aus dem Viertel getrieben werden und dass mehr sogenanntes Vergrämungsmittel ausgelegt wird. Beides seien keine leichte Lösungen, sagt Sellen. Einige Anwohner haben derweil zu eigenen Mitteln gegriffen: Chinaböller und Chillispray.

Video [aktueller bericht, 26.11.2021, Länge: 3:49 Min.]
Wildschweinbefall: Anwohner in Ferne fürchten um ihre Sicherheit

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 26.11.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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