Zelt in einem Wald (Foto: pixabay/chulmin1700)

Wildcampen - im Saarland nur mit Ausnahme-Genehmigung erlaubt

Marie Kribelbauer/Onlinefassung: Jessica Sproß   17.08.2020 | 10:30 Uhr

Das deutsche Campinggeschäft boomt gerade. Wegen der Corona-Krise bleiben viele Urlauber im eigenen Land. Die Folge: Die Campingplätze sind proppenvoll. Da könnte dem ein oder anderen die Idee kommen, sich mit dem Zelt einfach in der Einsamkeit des Waldes seinen Urlaub zu machen: Wildcamping. Aber darf man das überhaupt?

Bianca Gade macht das regelmäßig, das sogenannte Wildcamping. Dafür fährt sie zum Beispiel rüber nach Rheinland-Pfalz, denn im Saarland und vielen anderen Bundesländern ist es verboten. Sie reize vor allem die Nähe zur Natur, erzählt sie.

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Outdoorbloggerin Bianca Gade zum Thema: "Wildcamping"
Audio [SR 3, Marie Kribelbauer, 17.08.2020, Länge: 02:41 Min.]
Outdoorbloggerin Bianca Gade zum Thema: "Wildcamping"

Ursprünglich kommt Bianca aus Sao Paulo und lebt zurzeit in Walpershofen im Köllertal. Auf sie wirken Trekking und Wildcamping nicht nur entschleunigend, Bianca Gade merkt auch immer wieder, wie wenig sie eigentlich zum Leben braucht. Ihre Wohnung trägt sie quasi in einem großen Rucksack mit sich herum. Ihr Schlafzimmer ist das Zelt. Fehlende Möbel ersetzt der Wald. So wird der umgefallene Baumstamm zum gemütlichen Sofa mit Moos-Polster, der Baumstumpf zum Beistelltischchen, kühles Wasser gibt’s im plätschernden Fluss nebenan. Winter wie Sommer ein befreiendes Erlebnis.

Wildcamping klingt erstmal nach einer Alternative für all diejenigen, denen Camping auf einem "normalen" Campingplatz nicht naturnah genug ist. Aber Vorsicht! Das Zelten im Wald ist nämlich nicht überall erlaubt. Gade campt vor allem dort, wo es spezielle Wildcampingplätze gibt, zum Beispiel in Rheinland-Pfalz, aber auch Skandinavien hat es ihr angetan. Die Natur jetzt aber ALLEN als Schlafplatz zur Verfügung zu stellen hält sie für keine gute Idee. Sie hätte vor allem Sorge, um die Sauberkeit in der Natur.

Wildcampen im Saarland: Bis zu 10.000 Euro Bußgeld

Wildcamping-Regelungen im Saarland
Audio [SR 3, Marie Kribelbauer, 17.08.2020, Länge: 01:47 Min.]
Wildcamping-Regelungen im Saarland

Auch wenn das Saarland mit seinen vielen Wäldern wie geschaffen für das Wildcamping erscheint, ist es hier nicht erlaubt. "Das Campen beinhaltet im Allgemeinen auch den Aufbau eines Zeltes und das ist so nicht erlaubt", so Thomas Steinmetz vom Umweltministerium des Saarlandes. Bis zu 10.000 Euro Bußgeld muss ein Wildcamper zahlen, wenn er das Eigentumsrecht verletzt oder die Natur gefährdet. Zwar gilt das Betretungsrecht des Waldes und der Landschaft, das schließt aber das Zelten nicht mit ein. Das habe laut Steinmetz damit zu tun, dass man sich dann im Eigentum von Privatpersonen, Kommunen oder des Landes befinde. In Einzelfällen ist eine Übernachtung aber trotzdem möglich, dann muss man aber beim Eigentümer des Waldes, um Erlaubnis fragen. Naturschutzgebiete als Schlafplatz sind zum Beispiel tabu, außerdem gehört dazu, dass man kein offenes Feuer im Wald mache. Auch der Müll stelle eine Gefahr dar.

Wer die Natur nutzen will – ob als Ort der Erholung oder als Schlafplatz - der muss auch respektvoll mit ihr umgehen. Wenn sich Wildcamper an die Regeln halten und die Erlaubnis des Wald-Eigentümers eingeholt haben, dann steht einer Nacht unter dem Sternenhimmel nichts im Wege.


Camping im Saarland:

Losheim am See
Campen im Saarland
In den Sommerferien im Saarland Campen? Da geht noch was. Unser Reporter Franz Johann hat den Campingplatz Landgut Girtenmühle besucht und mit den Betreiber gesprochen. Dort sind diese Woche noch Plätze frei.

Über dieses Thema wurde auch auf SR 3 Saarlandwelle am 17.08.2020 berichtet.

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