Maroder Wanderweg (Foto: SR Fernsehen)

Wie sicher sind die saarländischen Wanderwege?

Nadine Irmer / Onlinefassung: Jil Kalmes   16.09.2022 | 09:24 Uhr

2012 stürzte ein 60-jähriger Mann auf einem Premiumwanderweg bei Losheim in den Tod, weil ein Geländer abbrach. Wie sicher sind die Wanderwege im Saarland heute – zehn Jahre später? SR-Reporterin Nadine Irmer hat mit einem Experten des Saarwald Vereins gesprochen.

Zehn Jahre ist es her, dass ein Mann in Losheim sein Leben beim Wandern verlor. Er war mit einer großen Gruppe aus Kollegen und Angehörigen unterwegs und lehnte sich über einem ehemaligen Steinbruch rückwärts an ein Geländer. Das Oberteil brach ab und der Mann stürzte fast zehn Meter in die Tiefe. Hat das Unglück etwas an der Sicherheit der saarländischen Wanderwege verändert?

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Wie sicher sind die saarländischen Wanderwege?
Audio [SR 3, Nadine Irmer, 16.09.2022, Länge: 02:56 Min.]
Wie sicher sind die saarländischen Wanderwege?

Man habe Lehren aus dem Unglück gezogen, sagt Aribert von Pock, Landesvorsitzender des Saarwald Vereins. Vor allem die Aufmerksamkeit habe sich verändert. Wanderstrecken werden einmal im Jahr abgelaufen und gründlich auf ihre Sicherheit überprüft.

Wanderweg ist nicht gleich Wanderweg

Der Experte unterscheidet zwischen zwei verschienen Arten von Wanderwegen.

Einmal die naturbelassenen Wege, die nur betreut und markiert werden.

Premiumwanderwege hingegen sind teilweise künstlich angelegt und mit sogenannten atypischen Waldinstallationen versehen. Das sind etwa Brücken, Geländer, Hütten oder Rastplätze.

Von Pock empfielt, sich vor jeder Wanderung zu erkundigen, um welche Wanderwegart es sich handelt und welche Markierung er hat.

Luft nach oben bei den Wegmarkierungen

Eigentlich sollten die Markierungen den Wanderern den Weg zeigen und sie durch das Dickicht lotsen. Doch das funktioniert nicht immer ganz reibungslos.

"Die Beschilderung lässt viel zu wünschen übrig", erzählt ein Wanderer. Und auch eine Wanderin ist enttäuscht von den Markierungen. Man stehe oft da und wisse nicht, ob man nach links oder rechts gehen sollte.

Top 3 Wanderempfehlungen von Aribert von Pock

Der Saarbrücker Stadtrundweg war der erste Wanderweg, der mit QR-Codes ausgestattet wurde. Er startet und endet am Marktplatz in St. Arnual, kann aber eigentlich an jedem beliebigen Punkt begonnen werden. Besonders interessant sind die sieben Steine, die als Wegweiser entlang der Route deponiert sind. Weitere Infos gibt es hier.

Der Fünf-Kreise-Weg führt durch alle fünf Landkreise des Saarlandes. Er beginnt und endet in Calmesweiler und hat eine Länge von insgesamt 110 Kilometern – eingeteilt in fünf Etappen.

Das Saarwald-Schleifchen am Schloss in Siersburg ist besonders gut für Familien geeignet.

Die Wanderwege, sowie viele weitere, findet man auf der Webseite des Saarwald Vereins. Hier kann man sich auch die GPX-Dateien der Wege kostenlos herunterladen. Dann verläuft man sich nicht so schnell – auch wenn mal eine Wegmarkierung fehlt oder übersehen wird.

Auch ein Thema in der Sendung "Guten Morgen" am 16.09.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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