Eine Duden-Ausgabe (Foto: dpa / picture alliance / Tim Brakemeier)

Wie hat Corona unsere Sprache verändert?

Interview mit Dr. Christine Möhrs vom Leibniz-Institut für Deutsche Sprache

  04.03.2021 | 10:06 Uhr

Die Coronapandemie hat nicht nur unseren Alltag verändert, sondern auch unsere Sprache. Rund 1300 Wörter, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen, konnte das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache in Mannheim bereits finden. Dazu gehören sowohl Wortneuschöpfungen wie "Ein-Freund-Regel", aber auch bekannte Begriffe wie "Dauerwelle", die durch Corona eine neue Bedeutung bekommen haben, erzählt Dr. Christine Möhrs vom Leibniz-Institut für Deutsche Sprache im SR-Interview.

Die Sprache sei eine Möglichkeit, sich mit der Situation auseinanderzusetzen, sagt Dr. Christine Möhrs. So zeige "Balkonmusik" etwa, dass die Menschen versuchten, das Beste aus der Situation zu machen. Zum anderen zeigten Wörter wie etwa "Impfneid" auch, dass die Stimmung in der Bevölkerung angespannt sei.

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Wie die Coronapandemie unsere Sprache beeinflusst hat
Audio [SR 3, Interview: Michael Friemel / Dr. Christine Möhrs, 04.03.2021, Länge: 04:41 Min.]
Wie die Coronapandemie unsere Sprache beeinflusst hat

Dass durch gesellschaftliche oder auch globale Ereignisse neue Begriffe entstehen, sei nicht neu. Auch die Wendezeit habe etwa neue Wörter hervorgebracht. Die Vielzahl an neuen Wörtern, die in der Coronapandemie geschaffen wurde, sei jedoch etwas Besonderes, so Möhrs. "Dass es jetzt in dieser Zeit der Coronapandemie zu so vielen Wortneuschöpfungen gekommen ist, ist natürlich schon auffällig. Diese Menge ist einfach ein Zeichen dafür, in wie viele Lebensbereiche die Pandemie eingedrungen ist."

Auch ein Thema in der SR 3-Sendung "Guten Morgen" am 04.03.2021.

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