Die neu eröffnete Wilhelm-Heinrich-Brücke (Foto: SR/Patrick Wiermer)

Barrierefrei ist anders

Steffani Balle   21.11.2018 | 13:00 Uhr

Die Wilhelm-Heinrich-Brücke war 2018 die wohl am meisten beachtete Baustelle im Land. Staus, Umleitungen und Sperrungen waren monatelang an der Tagesordnung, über 8 Millionen Euro wurden verbaut. Jetzt ist sie fertig. Aber nicht barrierefrei, moniert die Behindertenbeauftragte der Stadt. Es gibt Ärger!

Mit dem Zollstock nachgemessen sind die Bordsteine in der Mitte der sanierten Brücke bis zu 7 cm hoch. Ein unüberwindbares Hindernis für Menschen, die sich auf einen Rollator stützen müssen, ein Ärgernis für Reisende mit Rollkoffern, Eltern mit Kinder- Buggy und Gehbehinderte in Elektro- Rollstühlen mit kleinen Rädern, sagt die Behindertenbeauftragte der Stadt Saarbrücken Dunja Fuhrmann. Das sei bestenfalls Gedankenlosigkeit, schlimmstenfalls absichtlich geplante und mit Steuermitteln bezahlte Diskriminiserung.

"Übergänge sind anders nicht zu gestalten"

Anders kann man die seitlichen Übergänge der Brücke nicht gestalten, hält der Saarbrücker Baudezernent Heiko Lukas dagegen. Da wo es ging, habe man die Übergänge barrierefrei gestaltet, sowohl für Geh- Behinderte als auch für Blinde. Die Übergänge, die die Behindertenbeauftragte jetzt moniere seien anders nicht zu gestalten, sonst gefährde man die Gesamtkonstruktion der Brücke. Er bietet an, in einem noch nicht terminierten Gespräch gemeinsam eine Lösung zu suchen, wie mit dem Status Quo umzugehen ist.

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Barrierefrei ist anders! Kritik an der neuen Wilhelm-Heinrich-Brücke
Barrierefrei ist anders! Kritik an der neuen Wilhelm-Heinrich-Brücke
Keine andere Baustelle im Land hat uns die vergangenen Monate so sehr beschäftigt wie die Sanierung der Wilhelm- Heinrich- Brücke in Saarbrücken. Staus, Chaos und Baufortschritt waren mehrfach Thema. Und seit letzter Woche heißt es: Die Brücke ist fertig! Aber zufrieden mit dem Ergebnis sind nicht alle, denn: Die Wilhelm- Heinrich- Brücke ist auch nach der Sanierung offenbar nicht barrierefrei. SR 3- Reporterin Steffani Balle weiß woran es hängt.

Über dieses Thema wurde auch in der Region am Mittag am 21.11.18 berichtet.

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