Polizeischüler üben eine Festnahme (Foto: dpa)

"Die äußeren Bedingungen sind schlecht geworden"

Gerd Heger im Gespräch mit dem Landesvorsitzenden der GdP Saar, David Maaß / Onlinefassung: Raphael Klein   19.10.2018 | 12:15 Uhr

Die Polizeigewerkschaft GdP schlägt Alarm: In den letzten zehn Jahren hat sich die Bewerberzahl für eine Ausbildung bei der Polizei mehr als halbiert. Im SR 3-Interview sagt David Maaß von der GdP, die schlechte Besoldung und hohe Belastung machten den Beruf für viele junge Menschen unattraktiv. Er sieht hier die Landesregierung in der Verantwortung.

2008 hatten sich nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei Saar (GdP) noch rund 1300 junge Menschen für einen Ausbildungsplatz bei der Polizei beworben - 2018 seien es nur noch 600. Für diese Negativentwicklung macht die GdP die Politik des Saarlandes verantwortlich. "Die politisch Verantwortlichen haben das Schiff ´Polizei´ in den letzten Jahren sehenden Auges in Richtung des Eisbergs gesteuert", sagt der Landesvorsitzende der GdP, David Maaß.

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Immer weniger Polizeibewerber: "Die äußeren Bedingungen sind schlecht geworden"
Audio [SR 3, Interview: Gerd Heger / David Maaß, 19.10.2018, Länge: 03:49 Min.]
Immer weniger Polizeibewerber: "Die äußeren Bedingungen sind schlecht geworden"

Zu belastend, gefährlich und unterbezahlt?

Die Personalstärke der saarländischen Polizei sei mit 2.500 aktiven Vollzugsbeamtinnen und -beamten bereits jetzt auf einem historischen Tiefstand -die Belastungsgrenze der Kolleginnen und Kollegen in vielen Arbeitsbereichen überschritten, heißt es seitens der GdP. Die Zahl der jährlichen Neueinstellungen könnten die Abgänge auch nicht mehr kompensieren, so Maaß.

Auch die Besoldung der Polizeibeamten sei im Saarland besonders niedrig: Hier liege man bundesweit auf dem zweitletzten Platz. Dies sorge dafür, dass junge Bewerber nach attraktiveren Ausblidungsplätzen in der freien Wirtschaft Ausschau hielten, meint Maaß.

Zunehmende Gewalt gegenüber Polizeibeamten, schreckten darüber hinaus viele junge Bewerber ab.

Forderung nach 500 Mehreinstellungen

Nun müsse die Landesregierung handeln, so Maaß: Er fordert 500 Mehreinstellungen im Vollzugsdienst bis 2030 sowie eine Anpassung der Besoldung an den Bundesdurchschnitt. Ein attraktiver Beruf führe zu einem Wiederanstieg der Bewerbungszahlen.

Ein Abrücken vom Sparkurs der letzten Jahre sei zudem nicht nur ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber der Polizei, sondern innere Sicherheit sei auch ein Thema, das zukünftige Wahlkämpfe entscheiden werde.

Ein Thema in der "Region am Mittag" vom 19.10.2018 auf SR 3 Saarlandwelle.

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