Mikroplastik-Teilchen, die am Ufer eines Flusses gefunden wurden. (Foto: dpa)

Mikroplastik gefährdet Mensch und Tier

mit Informationen von Kerstin Gallmeyer   08.06.2021 | 07:55 Uhr

Es befindet sich im Boden, in der Luft und auch im Wasser - Mikroplastik. Und es wird immer mehr. Wie gefährlich das für uns Menschen ist, ist noch nicht ganz klar. Zum Welttag der Ozeane weisen Wissenschaftler auch aus dem Saarland darauf hin: Das Mikroplastik im Wasser bedroht die Meeresbewohner.

In jeder Welle schwimmt auch Mikroplastik mit. Mikroskopisch kleine Plastikpartikel, maximal 5 mm groß. Ein Großteil davon stammt von unserer Kleidung, wenn wir sie waschen, erklärt Meeresbiologin Frauke Bagusche: „Nicht alles kann herausgefiltert werden, landet in den Flüssen und Bächen und später im Meer, vermischt sich dort mit dem Plankton und gelangt wieder zurück auf unseren Teller.“

Tag der Ozeane: Projektionen, Aktionen
Audio [SR 3, (c) SR Kerstin Gallmeyer, 08.06.2021, Länge: 02:45 Min.]
Tag der Ozeane: Projektionen, Aktionen

Anstieg seit 50er Jahre

"Auch aus dem Saarland läuft das Wasser den Berg hinunter"
"Auch aus dem Saarland läuft das Wasser den Berg hinunter"
Prof. Uwe Waller lehrt Meeresbiologe an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Saarbrücken. Meeresbiologie im Saarland!? Welchen Sinn macht das überhaupt, denn was hat unser Land denn schon mit dem Meer zu tun!? Auch unsere Flüsse transportieren Mikroplastik in die Ozeane, sagt der Wissenschaftler im Interview mit SR-Moderator Michael Friemel.

Aber davor wird es von den Tieren, die im Meer leben aufgenommen. Und das ist gefährlich, sagt Frauke Bagusche: „Kunststoffe an sich können ja Giftstoffe enthalten, die krebserregend sein können und andere problematische gesundheitliche Probleme hervorrufen können.“ Mikroplastik vergiftet also Mensch und Tier. Dass immer mehr Mikroplastik im Meer landet, daran ist vor allem unser moderner Lebensstil Schuld – denn seit den 50er Jahren hat sich die weltweite Produktion von Plastik auf unvorstellbare Weise vervielfacht.

Was wir konkret tun können, um die Ozeane und ihre Bewohner zu schützen: Mikroplastikfreie Kosmetik kaufen und Kleidung, die aus Naturstoffen wie Baumwolle besteht. Und was auch ganz grundsätzlich hilft: Einfach weniger konsumieren.

Über dieses Thema wurde auch "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 08.06.2021 berichtet.

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