Luxemburg (Foto: SR)

Die Weltraumpläne des kleine Großherzogtums

Tonia Koch   10.05.2021 | 16:45 Uhr

Vor vier Jahren hatte der luxemburgische Wirtschaftgsminister Etienne Schneider zum Aufbruch in den Weltraum gerufen. Das Engagment des Großherzogtums im Weltraum ist dabei nichts Neues. Bereits vor mehr als 40 Jahren setzte Luxemburg erfolgreich auf Satelliten. Und die versorgen inzwischen Millionen von Menschen auf der Welt mit Fernsehprogrammen. Heute aber geht es um mehr: Es geht um neue Techniken und sogar um den Abbau von Rohstoffen.

Ein Selbstläufer ist es nicht, das Weltraumvorhaben der Luxemburger. Und nicht wenige schüttelten den Kopf über die unendlichen Fantasien des Etienne Schneider, dem luxemburgischen "Major Tom". „Am Anfang haben alle gelacht, als ich mit dieser Initiative kam, haben es nicht ernstgenommen und mich dann Major Tom getauft. Aber heute lacht niemand mehr“, sagt Schneider.

Die Weltraumpläne des kleine Großherzogtums
Audio [SR 3, Tonia Koch, 10.05.2021, Länge: 02:59 Min.]
Die Weltraumpläne des kleine Großherzogtums

Er selbst hat sich inzwischen zwar vom seinem Amt zurückgezogen, seine Initiative aber lebt weiter. Als erstes europäisches Land hat Luxemburg bereits 2017 ein Gesetz erlassen, das die rechtlichen Voraussetzungen für den Abbau von Rohstoffen im All regelt. Und für Forschung und Wirtschaft stehen viele Millionen Euro an finanzieller Unterstützung bereit.

Technologien - nutzbar im Weltraum und auf der Erde

50 Firmen sind bereits im Weltraumgeschäft tätig. Dabei achtet das Land sehr genau darauf, dass an Technologien gearbeitet wird, die sich wirtschaftlich tragen und dabei sowohl für die Erde als auch für den Weltraum tauglich sind. „Ich kann mir vorstellen, dass die NASA zehn bis fünfzehn Jahre die Firmen am Leben erhalten kann, um Technologien zu entwickeln, aber in Luxemburg kann das nicht funktionieren", sagt Marc Serres, der Vorsitzende der luxemburgischen Weltraumagentur.

Eines der Unternehmen, das im Weltraumgeschäft mitmischen will, ist "Maana electric". Die in Start-up-Firma entwickelt Solarzellen. „Wir haben einen Produktionsprozess entwickelt, der in einen Schiffscontainer passt. Wir füttern die Maschine mit Sand und Elektrizität und es kommen funktionstüchtige Solarzellen heraus", beschreibt Joost van Oorschot, der Gründer von "Maana electric" das Prinzip. Erprobt werde es derzeit in der Wüste, das Ziel aber sei der Mond, sagt er.

Das gilt auch für einen kleinen Roboter, der im Moment noch im Luxemburger Süden, in einem aus Sand geformten Mondgarten, seine Runden dreht. Die amerikanische Weltraumbehörde NASA ist auf das junge Unternehmen "iSpace" aufmerksam geworden, das den Roboter entwickelt hat. Er könnte künftig auf dem Mond Gesteinsproben einsammeln, analysieren und nach Wasser suchen.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 10.05.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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