Eine Frau beim Blutspenden (Foto: dpa)

Was passiert mit dem gespendeten Blut?

Steffani Balle   13.06.2020 | 15:19 Uhr

Blut wird gebraucht! Und zwar immer. Für Unfall-Opfer, für Krebs-Kranke, für frisch Operierte. Deshalb kommen immer wieder die Aufrufe zum Blutspenden. Für den Welt-Blutspende-Tag hat SR-Reporterin Steffani Balle Fragen rund ums Blutspenden geklärt. Zum Beispiel: Was passiert mit dem Blut? Warum gibt es immer wieder Engpässe? Und warum macht das außer den Blutspende-Zentralen nur das Rote Kreuz?

Weltblutspendetag am 14. Juni
Audio [SR 3, Steffani Balle, 13.06.2020, Länge: 05:00 Min.]
Weltblutspendetag am 14. Juni

500 Milliliter Blut passen in einen Spender-Beutel, zusätzlich werden 30 Milliliter Blut in Röhrchen gezogen. Dieses zusätzliche Blut wird auf Krankheiten wie Hepatitis, HIV oder Syphilis untersucht. So schildert es der Pressesprecher des DRK im Saarland, Christoph Ernwein. Auch Ringelrötel-Erreger sind die Schrecken jedes Blutspende-Dienstes. Denn dann war die Entnahme umsonst, die Konserve muss vernichtet werden. Getestet wird das im Zentrallabor des Roten Kreuzes in Hagen.

In Hagen wird jede Spende auch zerlegt: In rote Blutkörperchen, weiße Blutkörperchen und Plasma. Vollblut-Übertragung, quasi von Spender direkt zu Patient, gibt es nicht mehr. Das Blutplasma wird eingefroren und ist dann zwei Jahre lang haltbar. Rote Blutkörperchen müssen innerhalb von 42 Tagen verwendet werden, die Weißen sogar innerhalb von drei Tagen.

Video [aktueller bericht am Sonntag, 14.06.2020, Länge: 3:03 Min.]
Spendenaufrufe zum Weltblutspendetag

Heutzutage sei der gesamte Vorrat sozusagen "auf Kante genäht". Da im Moment die normalen Operationen in den Kliniken wieder losgehen und zudem viele Motorradfahrer unterwegs sind, wird wieder mehr Blut gebraucht. Außerdem spenden im Sommer weniger Menschen Blut, sagt der DRK-Sprecher. Nach Zahlen des Paul-Ehrlich-Instituts sind im Jahr 2018 nur 78 von 1000 Bundesbürgern zur Blutspende gegangen.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 12.06.2020 berichtet.

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