Weinstock an der saarländischen Mosel (Foto: SR/Kerstin Gallmeyer)

Wie wird der Saarländische Wein 2022?

Interview: Simin Sadeghi   01.08.2022 | 16:55 Uhr

Viel Sonne und warme Temperaturen - darüber dürfte sich der Wein bei uns freuen. Wird 2022 also ein perfektes Weinjahr? Oder ist es für die Rebstöcke doch zu trocken?

Der Wein 2022 könnte ein sehr guter Wein werden, denn Trauben lieben die Sonne. Doch wie sieht es mit der Trockenheit aus? Müssen die Weinreben wegen des fehlenden Regens nicht bewässert werden?

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Winzerverband: "Wir rechnen mit einem sehr guten Wein"
Audio [SR 3, Interview: Simin Sadeghi, 01.08.2022, Länge: 04:04 Min.]
Winzerverband: "Wir rechnen mit einem sehr guten Wein"
Interview mit Philip Hoffmann, der Präsident des saarländischen Winzerverbandes.

Weinreben wurzeln sehr tief. Deshalb gebe es derzeit bei den Bestandsanlagen keine Probleme, sagt Philip Hoffmann, der Präsident des saarländischen Winzerverbandes. Hier müsse nicht gegossen werden.

Anders sehe es bei den jungen, bis zu drei Jahre alten Rebstöcken aus. "Da müssen wir inzwischen gießen, damit die Pflanzen überleben."

Ob in absehbarer Zeit auch in den Altanlagen gegossen werden muss, das müsse man sehen. "Wir haben mit einer so langen Trockenheit noch keine Erfahrung", so Hoffmann.

Wie wird der Wein 2022?

Nach heutigem Stand der Dinge könnte der Wein dieses Jahr sehr gut werden, sagt Hoffmann. Mit hohem Zuckergehalt, hohem Alkoholgehalt und vollmundig im Geschmack. "Die warmen Temperaturen haben die Trauben sehr gut und sehr schnell reifen lassen."

Die Trauben seien durch die Trockenheit auch sehr gesund. Bei der Menge rechnet Hoffmann allerdings mit einer geringeren Ernte, weil einfach das Wasser fehle.

Wann wird geerntet?

Prinzipiell hänge der Erntezeitpunkt von der Rebsorte ab, sagt Hoffmann. Er schätzt aber, dass in diesem Jahr früher als normal mit der Lese begonnen werden kann, und zwar schon Anfang September.

Müssen sich die saarländischen Winzer umstellen?

Da sich auch bei uns die Hitzezeiten wohl immer mehr häufen werden, stellt sich die Frage, ob die heimischen Winzer sich bei ihren Reben umstellen müssen auf beispielsweise mehr Rotwein.

Es gebe hier schon viel Spätburgunder, sagt Hoffmann. "Und mit den Burgundersorten haben wir schon Sorten, die mit der Hitze eigentlich ganz gut klarkommen." Auf eine dauerhafte Hitze, wie sie zurzeit herrsche, habe man jedoch noch keine Antwort gefunden.

Die Frage der Bewässerung

Was aber auf jeden Fall schon jetzt geklärt werden muss: "Wie gehen wir mit der Trockenheit in den Junganlagen um?" Die Winzer in Rheinland-Pfalz dürfen Wasser aus der Mosel entnehmen. "Das dürfen wir im Saarland nicht, würden es uns aber wünschen", so der Präsident des saarländischen Winzerverbandes.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 01.08.2022 auf SR 3 Saarlandwelle

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