Insolvenzantrag (Foto: Alexander Heinl/dpa)

Glaubensgemeinschaft "Gemeinde ohne Mauern" vor dem Aus

Patrick Wiermer   22.11.2018 | 16:45 Uhr

Die in Wehingen ansässige, als sektenähnlich eingestufte "Gemeinde ohne Mauern" steht offenbar vor dem Ende. Sie hat Insolvenz beantragt, außerdem hat sich ein ehemalige Pastor der Gemeinde selbst angezeigt. Es geht dabei um sexuellen Missbrauch in mehreren Fällen.

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Studiogespräch: "Es sieht nach einer Abwicklung der 'Gemeinde ohne Mauern' aus
Audio [SR 3, Studiogespräch: Karin Mayer/Patrick Wiermer, 22.11.2018, Länge: 03:25 Min.]
Studiogespräch: "Es sieht nach einer Abwicklung der 'Gemeinde ohne Mauern' aus
Wie die "Gemeinde ohne Mauern" einzuordnen ist, um welche Vorwürfe es konkret geht und wie es mit der Gemeinde weitergehen wird, dazu eine Einschätzung von SR-Reporter Patrick Wiermer im Studiogespräch.

Eine sektenähnliche christliche Glaubensgemeinschaft in Wehingen bei Mettlach muss sich wegen Missbrauchsvorwürfen verantworten. Nach SR-Informationen geht es dabei um etwa 15 Vorfälle mit jungen Frauen, darunter auch zwei minderjährige Mädchen. Die Gemeinde hat den Pastor mittlerweile fristlos entlassen, die mutmaßliche Opfer sollen Hilfe erhalten. So steht es in einer Pressemitteilung der sonst abgeschotteten Glaubensgemeinschaft.

Zudem ist am Tag der Selbstanzeige ein Insolvenzantrag gestellt worden. Es seien immer weniger Spenden eingegangen. Betroffen sind eine Stiftung und eine GmbH, die das Gästehaus samt Schulungsräumen in Wehingen betreibt.

Bereits am 18. November ist laut Gemeinde im Gebetshaus in Hilbringen der letzte Gottesdienst gefeiert worden. Die Zukunft des Gästehauses der "Gemeinde ohne Mauern" in Wehingen ist ungewiss. Auch die sozialen Folgen für die rund 250 Gläubigen rund um das 500 Einwohner-Örtchen. Viele hatten ihr altes Leben aufgegeben und waren wegen der Glaubensgemeinschaft nach Wehingen gezogen.

Über dieses Thema wurde auch in der "Region am Nachmittag" am 22.11.2018 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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