Hacker hat sich in ein vernetztes System eingeschleust (Foto: SR/Peter Sauer)

Ein digitaler Wachhund für das vernetzte Zuhause

Peter Sauer   19.10.2020 | 16:50 Uhr

Smart TVs, intelligentes Spielzeug, Alexa & Co - unser Zuhause wird immer vernetzter. Das erleichtert den Alltag – macht die eigenen vier Wände aber auch zu einem immer beliebteren Ziel für Hacker. Drei junge Forscher des CISPA Helmholtz Zentrum für Cybersicherheit in Saarbrücken haben jetzt etwas entwickelt, mit dem man sein "smartes" Zuhause besser schützen kann: einen digitalen Wachhund mit Namen "Watchdog".

Die Rolläden, das Garagentor, die Kamera, das Tablet, der Fernseher, der Sprachassistent, der Staubsauger und sogar der Kühlschrank - immer mehr so genannte intelligente Geräte tummeln sich in unseren vier Wänden. Sie sind permanent mit dem Internet verbunden – und das kann eine Gefahr sein. Herzstück für all diese Geräte ist der heimische Router und über den haben Hacker die Möglichkeit, sich Zugriff zu verschaffen. Auf unsere Daten und auch auf Kameras.

Video [aktueller bericht, 19.10.2020, Länge: 3:17 Min.]
CISPA Forscher entwickeln digitalen Wachhund

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Ein ditigaler Wachhund für das vernetzte Zuhause
Audio [SR 3, Peter Sauer, 19.10.2020, Länge: 02:54 Min.]
Ein ditigaler Wachhund für das vernetzte Zuhause

Genau an dieser Stelle setzt Bitahoy mit seinem "Watchdog" an. Es ist quasi ein digitaler Wachhund. Bei einem Angriff auf das smarte Zuhause bekommt der Nutzer eine Nachricht aufs Smartphone – kann den unbefugten Zugriff einfach per Knopfdruck stoppen.

„Sobald der Watchdog drin ist, lernt er, wie die Geräte normalerweise funktionieren. Mit Hilfe von maschinellem Lernen kann er dann unterscheiden, ob dieses Gerät sich normal oder schlecht verhält", erklärt Roman Tabachnikov von Bitahoy.

Es begann mit einer Idee während des Studiums

Das Biahoy Team (Foto: SR/Peter Sauer)

Die Idee für ihren digitalen Wachhund hatten die drei jungen Forscher Alexander Fink, Marius Bleif und Roman Tabachnikov während ihres Masterstudiums Entrepreneurial Cybersecurity am CISPA Helmholtz Zentrum an der Saar-Uni ausgearbeitet.

Auch für die Wirtschaft von Interesse

Seit dem Master-Abschluss feilt das Bitahoy-Team nun am Innovationspark am Beckerturm in St. Ingbert an der Marktreife. Experten des CISPAs schulen Bitahoy im Bereich Unternehmensführung und knüpfen Kontakte zu Firmen und Investoren.

Das Potenzial von Bitahoy ist enorm. Denn neben Privathaushalten gehört auch die Wirtschaft zur Zielgruppe. Deshalb fördert das Bundesforschungsministerium das Projekt mit einer halben Million Euro. Im Frühjahr werden die ersten "Wachhunde" bei den Kunden getestet. In einem Jahr soll der "Watchdog" dann auf den Markt kommen.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 19.10.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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