Durch die anhaltende Trockenheit ist der Wasserspiegel in vielen Gewässern stark gefallen. (Foto: picture alliance/dpa | Frank Rumpenhorst)

Wassermangel bei Gewässern und auf den Böden

Lisa König   30.08.2022 | 14:11 Uhr

Wie in fast ganz Europa ist es in diesem Sommer auch im Saarland viel zu trocken. Und der Wassermangel zeigt sich an vielen Orten. Zum Beispiel am Waldweiher in Burbach. Oder auf den Äckern der heimischen Landwirtschaft.

Eigentlich sieht es am Burbacher Waldweiher ganz idyllisch aus: Ein paar Menschen spazieren mit ihren Hunden am Wasser entlang. Außer dem Rauschen in den Bäumen und dem Plätschern des Wassers ist kaum etwas zu hören. Doch der Schein trügt.

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Trockenheit ein großes Problem
Audio [SR 3, (c) SR, 30.08.2022, Länge: 02:59 Min.]
Trockenheit ein großes Problem
An den kommenden Tagen soll es im Saarland regnen. Den könnte die Region gut gebrauchen, denn die Trockenheit macht sich bemerkbar. Zum Beispiel am Waldweiher in Burbach oder in der landwirtschaft.

Nach großem Fischsterben
Belüftungsanlage für Burbacher Weiher

Schilder am Burbacher Weiher weisen darauf hin, dass Angeln verboten ist und dass Hunde wegen der giftigen Blaualgen an der Leine geführt werden sollten. Der Wasserspiegel ist gesunken und das Plätschern, das man hört, kommt von Fontänen, die Sauerstoff in den Weiher bringen sollen. Wegen der starken Erwärmung waren nämlich bereits Fische verendet.

Ernteeinbußen durch Wassermangel

Doch nicht nur am Burbacher Weiher kann man sehen, dass das Wasser fehlt. Besonders deutlich zeigt sich der Wassermangel in der Landwirtschaft. „Die Felder sind rissig, sie sind seit Wochen eigentlich vegetationsfrei", sagt Alexander Welsch, Geschäftsführer des Bauernverbandes Saar. Das gelte für Stoppelfelder als auch bearbeitete Flächen.

Der Weizen musste viel früher geerntet werden als normal, weil die Pflanzen sonst vertrocknet wären. Die Ernte ist dadurch rund um ein Viertel geringer ausgefallen als erwartet. Beim Mais kann wohl nur die Hälfte geerntet werden.

Rapsernte in Gefahr

Manche Pflanzen können vielleicht in Zukunft gar nicht angebaut werden. Eine davon ist Raps. Laut Alexander Welsch überlegen sich viele Landwirte, ob sie überhaupt Raps aussähen sollen. Feuchte Böden seien dafür wichtig, da es sich bei der Saat um kleine Körner handele. "Und wenn das nicht gegeben ist, dann bleibt der Raps im Sack", sagt er. Das heißt: Im nächsten Jahr würde es dann keine blühenden Rapsfelder und auch keine Rapsernte für Öl geben.

Böden brauchen Wasser

Auch wenn es an den kommenden Tagen regnen sollte, ist das Problem für die Landwirte damit noch gleich gelöst. „Ob es der Vegetation für dieses Jahr jetzt noch was nutzt, wenn Regen kommt, wird man sehen, so Welsch. Die Böden hätten aktuell ein zu großes Wasserdefizit. "Selbst wenn sie jetzt Regen bekommen, werden sie davon erstmal nichts an die Pflanze abgeben", sagt er. Die Felder bräuchten mindestens fünf Tage am Stück mittelstarken Regen. Doch der ist zurzeit nicht in Sicht.


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Ein Thema in der "Region am Mittag" am 30.08.2022 auf SR 3 Saarlandwelle

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