Christoph Dincher, Revierleiter Riegelsberg (Foto: SR)

Vorsicht vor herabbrechenden Ästen

Herbert Mangold   24.12.2022 | 16:25 Uhr

Weihnachten und gutes Essen, das ruft geradezu nach Waldspaziergang. Der Saarforst rät allerdings, aufzupassen. Derzeit brechen oft, auch größere, Äste ab und fallen herab. Warum dies so ist – und was dies mit dem Klimawandel zu tun hat hat SR-Reporter Herbert Mangold herraus gefunden.

Wenn Förster Christoph Dincher durch sein Saarforst-Revier geht, reicht ein Blick nach oben, und schon wird deutlich: Hier droht Gefahr. "Hier ist eine alte Buche, fast völlig abgestorben schon. Die Krone ist noch sehr groß. Aber innerhalb eines halben Jahres wird sie sich wahrscheinlich ganz absetzen. Das heißt, es werden einige Äste herunterfallen, vielleicht Kronenteile herabbrechen, vielleicht auch die gesamte Krone oder der Stamm abbrechen."

Vorsicht vor herabbrechenden Ästen
Audio [SR 3, Herbert Mangold, 24.12.2022, Länge: 02:41 Min.]
Vorsicht vor herabbrechenden Ästen

Den Blick auch nach oben richten

Waldbesucherinnen und -Besucher müssen aufpassen, meint Dincher. "Das geht noch einfach bei abgestorbenen Bäumen. Denn die können auch Laien beim genauen Hinsehen meistens gut erkennen." Doch es gibt auch Kronen, die auf den ersten Blick noch intakt aussehen, aber dennoch gefährlich sind. Selbst ein erfahrener Förster wie Christoph Dincher muss da genauer hinschauen.

Die Buchen seien deswegen gefährlicher als andere Bäume, weil der trockene Sommer diesen Bäumen besonders stark zugesetzt hat. Der Saarforst geht davon aus, dass nur noch jeder fünfte Baum gesund ist. Gerade die drei vergangenen Jahre haben hier ihre Spuren hinterlassen.

Keine Stöpsel in den Ohren haben

Die gefährlichsten Bäume werden an den Hauptwegen aus Gründen der Verkehrssicherheit entfernt. Alle direkt zu fällen, geht laut Saarforst nicht. Dazu fehle das Geld und die Arbeitskräfte. Christoph Dincher betont: "Der Wald ist ein Stück Natur, da muss jeder aufpassen." Das bedeutet: Auf den Hauptwegen bleiben, immer wieder nach oben gucken und schauen, ob da ein gefährlicher Baum auch steht.

Der Wald ist kein Park

"Speziell bei Läufern und Radfahrern sehe ich es immer wieder", sagt Dincher, "dass sie die Ohrstöpsel im Ohr haben. Die hören dann gar nichts. Das sollte man im Wald auch vermeiden, damit man was hört, wenn im Wald etwas knackt." Und vor allem: Bei Sturm und beim Gewitter aus dem Wald draußen bleiben. Der Wald sei eben kein Park, der regelmäßig kontrolliert wird. Wer das im Hinterkopf behält, kann mögliche Gefahren vielleicht schneller erkennen.

Ein Thema in der Sendung "Region am Mittag" am 24.12.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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