Jonas Morbe mit Kindern aus "seinem" Dorf in Kamerun (Foto: Jonas Morbe)

20 Jahre jung und voller Engagement für die Menschen in Kamerun

Sarah Sassou   17.10.2019 | 16:55 Uhr

Der Psychologie-Student Jonas Morbe aus Wadern hat nach seinem Abitur Freiwilligendienst in einem Waisenhaus in Kamerun gemacht. Die schlechte Versorgungslage der Kinder ließ ihn nicht mehr los. Seitdem hilft der 20-Jährige Menschen in Kamerun mit seinem Verein "ex animo". Gebaut wurden schon Trinkwasserbrunnen, es gibt Unterstützung für Schulkinder, Bildung für Erwachsene, Fußballausrüstungen, eben alles, was man für ein „normales“ Leben braucht.

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20 Jahre jung und voller Engagement für die Menschen in Kamerun
Audio [SR 3, Sarah Sassou, 17.10.2019, Länge: 02:18 Min.]
20 Jahre jung und voller Engagement für die Menschen in Kamerun

So oft es geht reist Jonas nach Kamerun, um zu sehen wie die Hilfe von "ex animo" bei den Menschen ankommt. Eigentlich wollte er auch im September in "sein" Dorf in dem zentralafrikanische Land reisen, doch die Menschen vor Ort haben ihm dazu abgeraten: zurzeit zu gefährlich, erst recht für einen weißen Europäer.

Das Fußballprojekt - ein Opfer der Gewalt

In Kamerun gibt es immer wieder gewaltsame Konflikte, sind bewaffnete Rebellen unterwegs. Es gebe in dem Land eine sehr hohe Arbeitslosigkeit, besonders unter Jungendlichen, sagt Jona. Die Folge: Die jungen Menschen langweilten sich und würden sich entweder jeden Tag betrinken oder sich den Rebellen zuwenden. Vor diesem Hintergrund hatte der Verein beschlossen, einen Fußballverein zu gründen. Eigentlich hätte der Verein 2018 in die Liga starten sollen, aber dann sei ein Spieler aus der Mannschaft beim Weg zum Training erschossen worden. "Seitdem mussten wir leider alles auf Eis legen", so der Wadener.

Das nächste Projekt: Ein Brunnen im Hauptstadtviertel

Zurzeit organisiert Jonas mit seinem Verein vom sicheren Europa aus das nächste Projekt des Wadener Hilfsvereins: der Brunnenbau in einem Viertel der Hauptstadt, in dem sich 3000 bis 5000 Menschen einen Wasserhahn teilen müssen. Unterstützt wird er dabei von einigen Helfern.

Nach dem Grund für sein großes Engagement gefragt, sagt er: "Ich bin mit allen Privilegien geboren, hatte mein ganzes Leben lang immer Wasser und was zu essen, konnte zur Schule gehen - da kann ich doch auch meine Freizeit dafür verwenden, dafür zu sorgen, dass die Menschen dort dies auch haben."

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 17.10.2019 auf SR 3 Saarlandwelle

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