Wildschweine suchen immer wieder Friedhof heim

Oliver Buchholz   09.12.2021 | 16:50 Uhr

Die Wildschweine sind in letzter Zeit auf dem Vormarsch. Im ganzen Saarland sorgen sie für Schäden - zum Beispiel in Vorgärten. Besonders heftig ist es zurzeit in Altenkessel auf dem Friedhof. Seit zwei Monaten suchen die Tiere das Gelände heim, diese Woche war ein Überfall besonders heftig.

Das Gelände aufgewühlt, Gräber umgegraben. Zurzeit wüten die Wildschweine auf dem Friedhof in Altenkessel besonders schlimm. Mittlerweile haben sich die Tiere an jedem zweiten Grab zu schaffen gemacht. Und normalerweise sind sie dabei auch recht ungestört.

Friedhof Altenkessel von Wildschweinen verwüstet
Audio [SR 3, Oliver Buchholz, 09.12.2021, Länge: 03:05 Min.]
Friedhof Altenkessel von Wildschweinen verwüstet

Der Friedhof grenzt direkt an den Wald. Es gibt einen Zaun um das Gelände und drei Tore als Zugang. Stellt sich nun die Frage: Wie kommen die Schwarzkittel auf das Gelände?

Das zuständige Amt für Stadtgrün und Friedhöfe hat die Umzäunung geprüft. Schwachstellen seien abgedichtet worden, so Carmen Dams. Der Zaun sei sicher.

Einladende Tore

Dams vermutet, dass die Tore von den Friedhofsbesuchern nicht richtig geschlossen werden. Deshalb habe man schon im vergangenen Jahr an den Toren eine entsprechende Beschilderung angebracht, "dass die Personentüren unbedingt geschlossen zu halten sind."

Ihr Verdacht: Bei der Zufahrt mit dem Pkw auf den Friedhof werde ja nicht nur das Durchgangstor geöffnet, sondern auch der zweite Flügel des Tores - und der werde beim Verlassen des Geländes nicht wieder richtig geschlossen.

Essensreste auf dem Parkplatz

Und es gebe noch ein weiteres Problem, so das Friedofsamt. Der Parkplatz gegenüber dem Friedhof werde immer wieder auch für Esspausen genutzt - und was übrig bleibe, werde einfach aus dem Fenster geworfen, so Dams. Die Wildschweine freut's.

Einzige Möglichkeit: eine Treibjagd

Das Friedhofsamt prüft nun, ob eine Treibjagd auf die Tiere möglich ist. Aber das ist nicht ganz so einfach. Viele Wildschweine hielten sich inzwischen auf verwilderten Privatgeländen nördlich der Hafenstraße auf. Für eine Treibjagd müssten die Tiere aus diesen Bereichen heraus und in den Wald hinein getrieben werden. Nur dort sei ein Abschuss möglich, so Dams.

Nichts desto trotz dürfte dies die einzige Möglichkeit sein, der Plage Herr zu werden.


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Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 09.12.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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