Junge Frau hilft einer Seniorin. (Foto: dpa)

Saarland soll Modell-Region „Präventiver Hausbesuch“werden

Steffani Balle   04.09.2018 | 08:10 Uhr

Im Saarland leben so viele alte Menschen wie sonst nirgends in Deutschland. Und wenn die Kinder aus dem Haus sind, der Partner möglicherweise verstorben, dann wird es für viele einsam. Menschen im Alter abzufangen, bevor sie krank vor Einsamkeit werden, dafür hat die Bundesregierung im Koalitionsvertrag eine Regelung getroffen: der präventive Hausbesuch. Er soll Menschen ab 80 zustehen. Das Saarland könnte nach Vorstellungen des Sozialverbands VdK bei der Umsetzung eine wichtige Rolle spielen.

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VdK will präventiven Hausbesuch im Saarland
Audio [SR 3, Steffani Balle, 04.09.2018, Länge: 03:03 Min.]
VdK will präventiven Hausbesuch im Saarland

Der Sozialverband VdK will, dass das Saarland Modell-Region beim so genannten „Präventiven Hausbesuch“ wird. Er soll ältere Menschen dabei unterstützen, gesund zu bleiben. Menschen, die im Atler allein zu Hause sind, werden eher krank als Menschen, die regelmäßige soziale Kontakte haben, aktiv am Vereinsleben teilnehmen oder sich gar in gesellschaftlichen Gruppen engagieren.

Auf Grundlage dieser Erkenntnis hatte die Bundesregierung im Koalitionsvertrag die Einführung des präventiven Hausbesuches hochbetagter Bürger festgeschrieben. Weil das Saarland das Bundesland mit den meisten über 80-Jährigen ist, will der Sozialverband VdK, dass es zur Modellregion für den präventiven Hausbesuch wird.

Mit Vollendung des 80. Lebensjahres solle das Angebot eines Besuchs beginnen, so der VdK. Dabei solle eine Fachkraft zum Beispiel über Stolperfallen in der Wohnung, über Hilfsangebote und Möglichkeiten zur sozialen Teilhabe informieren.

Wie im Bundes-Präventionsgesetz festgeschrieben, müssten die Krankenkassen das Angebot zahlen. Nach Vorstellung des VdK sollte es durch die vorhandenen Pflegestützpunkte umgesetzt werden, die dafür personell aber aufgestockt werden müssten.

Über dieses Thema wurde auch in der "Region am Mittag" am 04.09.2018 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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