Vandalismus in der Bexbacher Gulliver-Welt

Vandalismus in der Gulliver-Welt

Marie Kribelbauer   25.02.2019 | 16:30 Uhr

Die Gulliver-Welt ist ein Museum im Grünen. Die Ausstellungsstücke: Mini-Nachbildungen von Gebäuden und Wahrzeichen aus der ganzen Welt. Seit Juli 2017 sind die 26 Mini-Exponate Teil des Bexbacher Blumengartens und jederzeit für jedermann frei zugänglich. Dass das Segen und Fluch zugleich ist, zeigen die Vorkommnisse Mitte Januar: Zwei der Bauten wurden von Unbekannten schwer beschädigt.

Wie der Riese Gulliver bei den Liliputanern fühlen sich die Besucher des Bexbacher Blumengartens, wenn sie an den 26 Mini-Bauwerken vorbeispazieren. Die sogenannte „Gulliver-Welt“, befindet sich dort seit zwei Jahren, nachdem sie 2012 von der Firma Dr. Theiss Naturwaren erworben wurde. Die Gulliver-Welt, die zuvor über 50 Jahre ihre Heimstatt im Deutsch-Französischen Garten in Saarbrücken hatte, sei schließlich "ein kleines Stück saarländisches Kulturgut" und sie gebe einem die Möglichkeit, mal wie ein Riese durch die Welt zu schreiten, sagt Giuseppe Nardi, der zweite Geschäftsführer des Unternehmens.

Zerstörungen am Weißen Hauses in der Gulliverwelt in Bexbach (Foto: SR)
Zerstörungen am Weißen Hauses in der Gulliverwelt in Bexbach

Zwei Arten von Riesen scheint es in der Bexbacher Gulliver-Welt zu geben: Die friedlichen, die auf Entdeckertour gehen und große Freude an den Gebäuden haben, und solche, die die Bauten verschandeln oder sogar zerstören. So geschehen Mitte Januar 2019. Zwei der Bauwerke hat es ganz besonders schlimm getroffen: das Weiße Haus und den japanischen Tempelbau Osaka.

Dass Kinder die Gebäude zerstört haben, hält Volker Wagner, der Messeleiter der Stadt Bexbach, für höchst unwahrscheinlich. Der Tempel, der im Teich lag, habe zuvor auf einem etwa 1,40 Meter hohen Sockel gestanden und sei zudem nicht ganz leicht. Er vermutet, dass es mehrere Jugendliche oder junge Erwachsene waren.

Zeugen gesucht

Die zerstörten Gebäude sollen wieder hergerichtet werden, auch wenn das seine Zeit dauert. Doch wie kann man die Gulliver-Welt davor schützen, dass so etwas nochmal passiert? Zurzeit patrouilliert ein Sicherheitsdienst zu unregelmäßigen Zeiten im Blumengarten, doch das ist natürlich keine langfristige Lösung. Die Installation von Kameras an den Bauten lehnt Giuseppe Nardi ab: Die Gulliver-Welt ist dazu da, dass sich die Besucher wohl fühlen und nicht überwacht. Er setzt vielmehr darauf, dass die Täter gefasst werden. Dazu bräuchte es aber Zeugen, die etwas gesehen haben.

Über dieses Thema wurde auch in der "Region am Nachmittag" am 25.02.2019 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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