"Klimaterroristen" - Unwort des Jahres (Foto: dpa/Sebastian Gollnow)

Der Begriff sorgt bei den meisten erst einmal für Stirnrunzeln

Marc-André Kruppa/Onlinefassung: Dagmar Scherer   10.01.2023 | 13:00 Uhr

Der Begriff „Klimaterroristen“ ist das Unwort des Jahres. Klimaschützer würden durch die Verbindung mit „Terror“ kriminalisiert werden, so die Begründung der Jury. Was die Menschen im Saarland davon halten - SR-Reporter Marc-André Kruppa hat sich umgehört.

Im Zuge der Protestaktionen von Klimaaktivisten fiel 2022 auch der Begriff "Klimaterroristen". Damit würden Aktivisten diskreditiert, die sich für Klimaschutz einsetzen - so die offizielle Begründung der Jury zur Wahl des Begriffes als Unwort des Jahres.

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„Klimaterroristen“ - der Begriff sorgt bei den meisten erst einmal für Stirnrunzeln
Audio [SR 3, Marc-André Kruppa, 10.01.2023, Länge: 03:32 Min.]
„Klimaterroristen“ - der Begriff sorgt bei den meisten erst einmal für Stirnrunzeln

SR-Reporter Marc-André Kruppa hat sich mal umgehört, was die Menschen im Saarland dazu denken. Die Reaktionen waren gemischt. Der Begriff „Klimaterroristen“ sorgte bei den meisten erst einmal für Stirnrunzeln.

Zu den Aktionen der Klimaaktivisten wie beispielsweise die Blockade von Straßen und Flughäfen gehen die Meinungen deutlich auseinander. Das Spektrum reicht von "Die sind bekloppt" bis zu "Manchmal muss Protest etwas krass sein, damit er ankommt."

Die Position der Aktivisten

Klimaaktivistin war in Lützerath: "Ich möchte sagen können, ich habe alles versucht!"
Audio [SR 3, (c) SR 3, 10.01.2023, Länge: 04:25 Min.]
Klimaaktivistin war in Lützerath: "Ich möchte sagen können, ich habe alles versucht!"

Klimaaktivistin Juli, die sich im Moment für die Erhaltung des Dorfes Lützerath am Braunkohletagebau in NRW einsetzt, hat Verständnis für den Ärger, den Klimaschutzaktionen verursachen können, aber "Aktivismus ist für mich kein Hobby", sagt sie. Sie mache das nicht aus Spaß. "Aktivismus ist für mich eine Notwendigkeit."

Und Aktivist Rune von "Parents vor Future" sieht in der Angst vor der eigenen Zukunft einen der Hauptgründe, weshalb Menschen mitunter aggressiv auf die Protestaktionen der Klimaaktivisten reagieren. Er glaubt, dass viele sich einfach nur von der Politik alleine gelassen fühlen und zu wenig Hilfe im Alltag dabei bekommen, mehr für Klimaschutz zu tun – beispielsweise mit gut ausgebautem Bus- und Bahnnetz oder mehr Aufklärung darüber, was es bedeutet, viel Fleisch zu essen.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 10.01.2023 auf SR 3 Saarlandwelle

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