Kleinblittersdorf vom Unwetter besonders getroffen (Foto: Johann Franz)

Wurde nach dem Starkregen unbürokratisch geholfen?

Renate Wanninger / Simin Sadeghi   30.11.2018 | 07:25 Uhr

Gewitter und Starkregen haben vor einem halben Jahr im Saarland heftige Schäden angerichtet. Innerhalb weniger Stunden waren Hunderte Notrufe bei Polizei und Feuerwehren eingegangen. Straßen wurden über- oder unterspült, Keller sind vollgelaufen.

Besonders stark betroffen waren Kleinblittersdorf, Bliesransbach und der Saarpfalzkreis. Damals hieß es, das Land werde den Betroffenen schnelle Hilfen anbieten.

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Unwetter: Nicht allen wurde unbürokratisch geholfen
Audio [SR 3, Simin Sadeghi, 30.11.2018, Länge: 02:26 Min.]
Unwetter: Nicht allen wurde unbürokratisch geholfen
SR-Reporterin Simin Sadeghi hat mehrere Betroffene besucht, die etwa einen Schaden von 50.000 Euro hatten, bislang aber keinen einzigen Cent gesehen haben.

Nach Auskunft des Finanzministeriums haben insgesamt 876 Betroffene eine Soforthilfe bekommen erhalten. Diese wurde in Höhe von 1500 Euro ausgezahlt.

Ein halbes Jahr nach den Unwettern

Land, Landkreise und Kommunen haben demzufolge 1,3 Mio. Euro aufgewandt. Dafür hat das Land rechtliche Rahmenbedingungen in Form einer Finanzhilfe-Richtlinie geschaffen.

Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser durch Starkregen in Kleinblittersdorf (Foto: Pasquale d'Angiolillo)
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser durch Starkregen in Kleinblittersdorf

Die Landkreise waren für Bearbeitung und Genehmigung verantwortlich. Zu dieser Finanzhilfe gehört aber auch die Möglichkeit einen Antrag auf endgültige Hilfe zu stellen, bei der die Soforthilfe angerechnet wird.

Zugesagte Hilfen nicht überall angekommen

Nach aktuellem Stand haben gut 100 Haushalte zusätzlich einen Antrag auf endgültige Finanzhilfe gestellt, die derzeit noch bearbeitet werden. Weitere Hilfen wurden im vergangenen Monat auch an Haushalte in den Kommunen Piesbach und Bilsdorf zugesagt.

In diesen Orten hat die Landesregierung erst überprüfen lassen, wie heftig sie von dem Starkregen betroffen waren und dann Nachmeldungen zugelassen.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 30.11.2018 berichtet.

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