Drehleiterwagen der Feuerwehr mit Blaulicht im Einsatz (Foto: picture alliance / Marcel Kusch/dpa)

Feuerwehr im Einsatz: Bespuckt, bedroht, behindert

Renate Wanninger   04.05.2021 | 12:15 Uhr

Alle neun Stunden wird in Deutschland eine Einsatzkraft der Feuerwehr angegriffen. Solche Übergriffe gibt es auch im Saarland. In Neunkirchen beispielsweise wurde die Feuerwehr während eines Einsatzes bedroht. Und das ist kein Einzelfall.

Es war gegen Mitternacht, als ein Notarzt zu einem Mann im dritten Stock gerufen wurde. Die Mediziner stellten fest: Der Patient muss dringend ins Krankenhaus. Da der Transport durch die Sanitäter alleine nicht möglich war, wurde die Feuerwehr zur Unterstützung angefordert.

Feuerwehr im Einsatz: Bespuckt, bedroht, behindert
Audio [SR 3, Renate Wanninger, 04.05.2021, Länge: 02:48 Min.]
Feuerwehr im Einsatz: Bespuckt, bedroht, behindert

Vier Einsatzkräfte kamen vor Ort. Einer der Einsatzkräfte war Christian. Der berichtet, dass sie bei der Arbeit von Nachbarn beschimpft, bespuckt und sogar bedroht wurden. Zum Glück sei es nur bei Drohungen geblieben, sagt er.

Die Nachbarn fühlten sich wohl durch den Lärm, den die Einsatzkräfte machten, gestört. Sie wollten schlafen. Dass ein Mensch hier dringend Hilfe brauchte, schien nicht von Interesse.

Kein Einzelfall

Christopher Benkert, Pressesprecher der Feuerwehr sagt, dass sowas häufiger vorkomme. "Gewalt gegen Einsatzkräfte, meistens zum Glück nur verbaler Art, aber auch körperliche, ist ein stetiger Begleiter im Feuerwehrdienst."

Neben verbalen Attacken erleben die Einsatzkräfte der Feuerwehr auch immer wieder, dass sie bei ihrer Arbeit behindert werden. Es werden Absperrungen einfach durchbrochen oder Feuerwehrautos sogar bei der Durchfahrt behindert.

Zur Sozialisation als Feuerwehrmann gehöre es inzwischen quasi dazu, "mit dieser Art von Gewalt - insbesondere mit verbalen Anfeindungen und Pöbeleien - zurecht zu kommen. Man entwickelt da im Lauf der Jahre ein dickes Fell", sagt Benkert.

"Das macht mich richtig ärgerlich"

Der Neunkircher Oberbürgermeister Jörg Aumann hat für solche Angriffe auf die Feuerwehrleute keinerlei Verständnis. Es mache ihn richtig ärgerlich, sagt er. Nicht zuletzt auch, weil die Feuerwehr in Neunkichen eine freiwillige Feuerwehr ist. Das heißt: Die Einsatzkräfte arbeiten ehrenamtlich in ihrer Freizeit, um anderen zu helfen.

Stadt bietet rechtliche Unterstützung an

Die Stadt mit ihrem Amt für Feuerwehrdienste will die Einsatzkräfte auf jeden Fall unterstützen. Wenn es beispielsweise bei von der Feuerwehr eingereichten Strafanzeigen rechtliche Unsicherheiten gebe, werde man auf jeden Fall rechtliche Unterstützung anbieten, sagt Aumann. "Das ist selbstverständlich."

So selbstverständlich, wie jeder von uns Hilfe im Notfall erwartet, ob auf der Straße bei einem Unfall, bei einem Brand oder auch nur, wenn die Katze vom Baum geholt werden muss.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 04.05.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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