Urlauber stehen neben ihren Koffern in einer Schlange. (Foto: picture alliance/Arne Dedert/dpa)

Was wäre, wenn wir nicht mehr nach Mallorca flögen?

ARD-Themenwoche "#WIE LEBEN - Bleibt alles anders"

Kerstin Gallmeyer   16.11.2020 | 10:25 Uhr

In den Urlaub fliegen können, sagen wir nach Mallorca - für ein bis zwei Wochen oder auch nur für ein verlängertes Wochenende: Das ist heute fast nichts mehr Besonderes. Die Flüge sind so günstig, dass sich das viele leisten können. Bei vielen ist die Sehnsucht groß, sich nach den Coronabeschränkungen wieder in den Flieger Richtung Süden zu setzen. Doch wir wissen auch: Das viele Fliegen schadet dem Klima. Im Rahmen der ARD-Themenwoche stellen wir deshalb die Frage: Wie wäre es eigentlich, nicht mehr nach Mallorca zu fliegen?

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ARD-Themenwoche "#WIE LEBEN": Was wäre, wenn wir nicht mehr nach Mallorca flögen?
Audio [SR 3, Kerstin Gallmeyer, 16.11.2020, Länge: 03:03 Min.]
ARD-Themenwoche "#WIE LEBEN": Was wäre, wenn wir nicht mehr nach Mallorca flögen?

Viele in Deutschland lieben Mallorca. Sonne, Strand und Feiern… Fakt ist aber: Nach Mallorca zu fliegen verbraucht ungefähr so viel Treibstoff wie ein Jahr lang Auto zu fahren, sagt die Umweltorganisation WWF. Der Tourismus weltweit ist für fünf bis acht Prozent der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Eine Durchschnittsreise weltweit erzeugt 0,25 Tonnen Treibhausemissionen, eine deutsche Durchschnittsreise ist viermal so hoch", sagt Martina von Münchhausen, Tourismusexpertin beim WWF.

Flugreisen sind nicht per se schlecht

Wenn wir in Deutschland nicht mehr so viel Fliegen würden, wäre das ein Plus für die Umwelt. Aber was wäre die Alternative? Nur noch im eigenen Land Urlaub machen, in den Alpen oder an Nord- und Ostsee, so, wie viele in diesem Sommer Corona-bedingt gemacht haben? Wäre das für alle das Beste?

Das wäre zwar positiv für das Klima, aber in den klassischen Urlaubsregionen in Deutschland würde das zu einer Überbelastung führen, sagt Wolfgang Strasdas, Professor für nachhaltigen Tourismus. Auch Münchhausen sieht in Flugreisen in andere Länder nicht per se etwas Schlechtes. Tourismus sei wichtig in der Bekämpfung von Armut, sagt sie. Und nachhaltige Tourismuskonzepte unterstützten vor Ort sogar den Natur- und Artenschutz.

WWF-Urlaubs-Faustregel

Wir stehen also vor einem Dilemma. Doch wie lässt es sich lösen? Am Anfang jeder Reiseplanung könnte eine Abwägung stehen. Als Faustregel können man nehmen: Wenn man fliegt, sollt man dafür auch länger bleiben, sagt Münchhausen. Zudem sollte man auf verantwortungsbewusste Veranstalter setzen, die auch auf Nachhaltigkeit achten, also auf Ressourcenschonung. Und das gelte auch bei der Wahl der Unterkunft.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 16.11.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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