ARD-Themenwoche "#WIE LEBEN": "Man sollte sich auf das konzentrieren, was man noch hat und kann"

Henning Scherf: "Man sollte sich auf das konzentrieren, was man noch hat und kann"

ARD-Themenwoche "#WIE LEBEN - Bleibt alles anders"

Interview: Carmen Bachmann   17.11.2020 | 10:25 Uhr

Eins bleibt definitiv anders: unser Alter. Es ändert sich jedes Jahr, und die meisten von uns werden tatsächlich alt. Doch wie ist das eigentlich, alt zu sein? Henning Scherf weiß es. Der ehemalige Bremer Bürgermeister ist inzwischen 82 Jahre alt, wohnt mit Frau und Freunden in einer Senioren-Wohngemeinschaft und hat einige Bücher über das Alter geschrieben. Im SR-Interview erzählt er, was er für ein zufriedenes Leben im Alter wichtig hält.

Aus dem Leben: Henning Scherf
Audio [SR 3, (c) Uwe Jäger, 20.02.2019, Länge: 64 Min.]
Aus dem Leben: Henning Scherf
Alter und Glück – diese Worte werden nur selten in einem Atemzug genannt. Bei Henning Scherf ist das anders. Der ehemalige Bremer Bürgermeister wirbt schon lange dafür, das Alter positiv zu sehen. Und er wohnt schon lange in einer Art Senioren-WG, die er mit Freunden gegründet hat. Am 19. Februar 2019 war er zu Gast in der SR-Talksendung mit Uwe Jäger. Das Gespräch der beiden gibt es hier zum Nachhören.

Was bedeutet Alter? "Viel Erfahrung, viel Menschenkenntnis, viel neue Zeit nach der Berufstätigkeit" - so definiert Hennig Scherf für sich das Leben im Alter. Es gehe darum, nach der Berufstätigkeit quasi ein neues Leben anzufangen und sich auf das zu konzentrieren, was man noch hat - zum Beispiel die Enkelkinder. Darüber sollte man sich freuen.

Sein Vorbild sei immer seine Großmutter gewesen. Sie habe ein hartes Leben gehabt, Schicksalsschläge erlitten, aber mit den Enkelkindern sei sie durch Dick und Dünn gegangen. Ihre letzten Worte seien gewesen: "Die schönste Zeit meines Lebens war mit euch."

Eine Aufgabe haben

Und wichtig für ein erfülltes Leben im Alter sei auch, noch eine Aufgabe zu haben - zum Beispiel anderen zu helfen. "Wir kümmern uns zum Beispiel seit fünf Jahren um eine Flüchtlingsfrau mit drei kleinen Kindern, die aus Nigeria geflüchtet ist und wir freuen uns so, dass die Kinder jetzt so aufblühen." Es sei wunderbar, den Kindern zu helfen "und sie geben uns ganz viel zurück."

Loslassen können

Und noch etwas sei wichtig im Alter: Man müsse loslassen können. Vieles sei einfach aus körperlichen Gründen nicht mehr machbar. Man sollte sich nicht auf das fokussieren, was nicht mehr geht, sondern vielmehr auf das, was man noch machen kann. "Und da ist so vieles noch möglich", sagt Henning Scherf.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 17.11.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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