Ein Landwirt fährt mit einem Traktor über ein staubtrockenes Feld (Foto: dpa/Julian Stratenschulte)

Die Saat braucht dringend Regen

Lena Schmidtke   14.04.2020 | 16:45 Uhr

Nachdem es gefühlt den ganzen Winter hindurch geregnet hat, tut das anhaltende sonnige Wetter richtig gut. Doch das ist nicht für alle so. Die Böden sind inzwischen sehr trocken. Und darunter leiden nicht nur Hobbygärtner, sondern vor allem auch die Landwirtschaft. Die frisch ausgebrachte Saat braucht dringend Regen. Das betrifft vor allem die Sommerkulturen, die in den letzten zwei bis drei Wochen ausgesät wurden.

Die Kehrseite des sonnigen Wetters
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 14.04.2020, Länge: 02:58 Min.]
Die Kehrseite des sonnigen Wetters

Die vielen Niederschläge im Winter haben den Grundwasserspiegel wieder gut aufgefüllt. Doch nach dem anhaltend guten Wetter der letzten Wochen im Saarland sind inzwischen die oberen Erdschichten ausgetrocknet. Die frisch ausgebrachte Saatgut für die Sommerkulturen sei noch im Keimstadium, das heißt: "Sie haben noch keine Wurzelbildung, mit der sie das Grundwasser nutzen könnten, und sind deshalb auf Niederschlagswasser angewiesen", sagt Christof Brück vom Erlenbacherhof in Ensheim. Er hat Hafer und Gerste ausgebracht, die er vor allem als Futtergetreide für seine Tiere anpflanzt.

Im schlimmsten Fall kommt nur die Hälfte der Hafer- und Gerstensaat durch. Eventuell muss Christof Brück dann zusätzliches Futter für seine Tiere kaufen, hohe Ausgaben kämen dann auf ihn zu. Daran verschwendet er jetzt aber noch keine Gedanken. „Bis zur Ernte kann noch viel passieren." Wenn es Ende der Woche regnen würde, dann sei alles im grünen Bereich. Sollte es dann im Juni eine längere Hitzewelle geben, dann sei auch wieder alles dahin. Im Grunde könne man erst eine Aussage treffen, wenn der Erntetermin da sei.

Für Hobbygärtner - eine zweischneidige Sache

Für Hobbygärtner und die Obst- und Gartenbauvereine ist das sonnige Wetter eine zweischneidige Sache. Jetzt ist die Zeit der Obstblüte und da es trocken ist, fliegen auch die Bienen für die Bestäubung. Zudem gebe es durch die Trockenheit weniger Erkrankungen und weniger Pilzwachstum, sagt Björn Diehl, der zweite Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Merchweiler. Aber: Man müsse auf der anderen Seite ausreichend gießen. "Wenn Sie Zucchini oder irgendwelche weichblättrigen Pflanzen ausbringen, die fallen direkt zusammen, wenn sie nicht gegossen werden. Wir müssen im Moment jeden Tag ran", sagt er.

Gießen geht ins Geld

Regelmäßig gießen dürfte für die meisten Hobbygärtner stemmbar sein. Für den Obst- und Gartenbauverein, der große Flächen mit Blumen und Pflanzen zu versorgen hat, geht das ins Geld. „Wir stellen uns da auf eine größere Wasserrechnung ein in diesem Jahr. Das ist ein vierstelliger Betrag, der da locker reingeht“, so Diehl.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 14.04.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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