Laborratte (Foto: dpa)

Tierversuche und die Alternativen

Lena Schmidtke   05.05.2020 | 10:30 Uhr

Tierversuche sind immer ein heiß diskutiertes Thema. Tierschützer sind klar dagegen, die Wissenschaft sieht sie zur Erforschung von Medikamenten als sehr wichtig an. Der Deutsche Tierschutzbund kritisiert, dass es viel zu viele Tierversuche gibt und fordert eine Umstellung auf alternative Versuchsmethoden. Im Saarland wird die tierversuchsfreie Forschung vorangetrieben, unter anderem an der Uniklinik Homburg. Unterstützung gibt es auch seitens der Politik, der Tierschutzbund kritisiert allerdings, dass die Unterstützung zu gering sei.

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Das Pro und Contra zu Tierversuchen
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 05.05.2020, Länge: 02:32 Min.]
Das Pro und Contra zu Tierversuchen
Für die Medizin seien Tierversuche unabdingbar, sagen Wissenschaftler. Es gehe es nur ums Geld und das Prestige, sagt der Tierschutzbund.

Im Saarland gab es im vergangenen Jahr Tests an rund 23.000 Tieren. Das seien zu viele, kritisiert Beatrice Speicher-Spengler, Vorsitzende des Deutschen Tierschutzbundes Landesverband Saar. Im Koalitionsvertrag stehe, dass sich die Bundesländer und die Bundesregierung bemühen, auf alternative Versuchsmethoden umzustellen. "Die Versuche laufen auch, es wird nur vergleichsweise wenig Geld investiert“, sagt sie.

Forschung nach dem 3R-Prinzip

Die Saarländische Staatskanzlei hat beispielsweise von 2015 bis 2019 ein Forschungsprojekt an der Uniklinik Homburg mit rund 320.000 Euro unterstützt. Hier forscht Peter Lipp gemäß des sogenannten 3R-Prinzips. Und das bedeutet, dass bei allen Tierversuchen diese drei Fragen beantwortet werden sollten: "Welche sind zu vermeiden? Das erste R vom Englischen Replacement. Das zweite R steht für Reduzierung, soweit es geht. Und das dritte R ist mit weniger Leid zu verbinden, Englisch für Refinement,“ beschreibt Lipp das Prinzip.

Forschung mit Zellen

Peter Lipp forscht am Herz-Kreislaufsystem und versucht unter anderem, Tierversuche durch alternative Methoden zu ersetzen: „Wir sind in der Lage, aus Hautzellen oder Blutzellen schlagende Herzmuskelzellen zu machen, das heißt, patientenspezifische Herzmuskelzellen, um zum Beispiel eine bessere Medikamententherapie oder grundlegende Krankheiten untersuchen zu können.“

Um solche Forschungsmethoden weiter zu fördern, wird die Landesregierung in diesem Jahr erstmals einen Forschungspreis für Alternativen zu Tierversuchen vergeben. Dieser Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 05.05.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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