THW Helfer (Foto: THW/Waerner)

"Es wird hart gearbeitet und in den Trümmern gesucht"

Interview: Nadine Thielen / Onlinefassung: Lisa Huth   07.08.2020 | 08:38 Uhr

Drei Tage nach der verheerenden Explosion in Beirut suchen die Helfer immer noch nach Überlebenden. Auch die 50 THW-Helfer aus Deutschland, darunter vier aus dem Saarland. SR 3 sprach darüber mit dem Sprecher für das THW im Saarland, Markus Tröster. Er steht in Kontakt mit den Helfern vor Ort.

Der THW-Sprecher im Saarland, Markus Tröster zu den Einsatzkräften in Beirut.

Im Austausch mit den THW-Helfern hat Markus Tröster erfahren, dass sie schockiert waren über das Ausmaß der Zerstörung, auch wenn sie über die Bilder von der Berichterstattung schon vorbereitet waren. Vor Ort sei es eben immer etwas ganz anderes. Die ersten Eindrücke seien erschütternd gewesen. "Das ist ein ganz schlimmes Unglück". Hinzu kämen die hohen Temperaturen und auch die Corona-Pandemie. Die Helfer müssen Maskenschutz tragen. Das alles belaste natürlich sehr.

Auch die vier saarländischen Einsatzkräfte sind am frühen Morgen des 6. August im Libanon angekommen. Ihr Camp befindet sich zunächst in der deutschen Schule, später werden sie eigene Zelte aufschlagen, um autark zu sein. Sie haben erste Erkundungen unternommen und Kontakt mit örtlichen Ansprechpartnern aufgenommen, also dem Katastrophenschutz vor Ort. Inzwischen haben sie eine erste Einsatzstelle zugewiesen bekommen.

"Das ist ein ganz schlimmes Unglück"

Jeder im Team hat seine eigenen Aufgaben: Ortung, Bergung, Suche mit Hunden, dann gibt es welche, die die Rettungstechnik bedienen, also die technische Ortung mit Suchkameras. Jetzt sind sie dabei, sich langsam vorzutasten, um in den Trümmern hoffentlich noch Menschenleben zu finden.

Die größte Chance dafür ist innerhalb der ersten 48 Stunden. Es handelt sich in Beirut um eine ähnliche Situation wie nach einem Erdbeben. Die Explosion soll eine Stärke von 3,5 auf der Richterskala gehabt haben und konnte noch viele Hundert Kilometer weit entfernt gespürt werden. Die Angst und die Sorge, so Tröster, schwingen immer mit. Aber die Einsatzkräfte seien professionell vorbereitet und auch geschult für solche Situationen, bei denen auch immer Tote geborgen werden.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 07.08.2020 berichtet.

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