Eschen (Foto: Markus Person) (Foto: Markus Person/SR)

Ein Pilz lässt die Eschen sterben

Niklas Resch/Markus Person   24.10.2019 | 16:30 Uhr

Eine unserer heimischen Baumarten ist die Esche. Seit geraumer Zeit kämpft sie jedoch ums Überleben - und sie scheint diesen Kampf zu verlieren. Schuld ist ein aus Asien eingeschleppter Pilz. Nun musste eine längere Wegstrecke auf dem Premiumwanderweg im Mühlental bei Merzig gesperrt werden, weil die Eschen dort erkrankt sind.

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Dramatisches Eschesterben im Merziger Mühlental
Audio [SR 3, Markus Person, 24.10.2019, Länge: 02:17 Min.]
Dramatisches Eschesterben im Merziger Mühlental

Im Süden der Stadt Merzig, zwischen den Stadtteilen Bietzen und Mennigen, liegt hinter einer Bahntrasse der Eingang zum historischen Mühlental. Dort startet normalerweise auch der Premiumwanderweg „Der Bietzeberger“. Doch seit August kann der Wanderweg nur über Umwege genutzt werden, weil etwa eineinhalb Kilometer Wegstrecke für Wanderer und Spaziergänger gesperrt werden mussten. Grund dafür ist ein dramatisches Eschensterben in dem Waldstück. Schuld daran ist der Pilz „Falsches Weißes Stengelbecherchen“.

Der Pilz lässt die Triebe absterben, die Bäume trocknen aus – und darin liegt auch die Gefahr für Menschen, die sich im Wald aufhalten. Von den bis zu 30 Meter hohen Eschen könnten jederzeit auch große Äste abbrechen und hinabstürzen – und das auch bei Windstille und Sonnenschein. Nach einem Gutachten sind in dem Waldstück fast 700 Bäume von dem Pilz befallen.


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Eschen im ganzen Saarland betroffen

In den saarländischen Wäldern setzt sich das Eschensterben fort. Nach Angaben des Saarforsts breitet sich der aus Asien eingeschleppte Pilz immer weiter aus. Nahezu alle Eschen sind mittlerweile befallen.

Ob im Saarbrücker Stiftswald, im Bliesgau oder im Saargau - überall das gleiche Bild: Der Pilz hat viele Eschen so stark beschädigt, dass sie aus Sicherheitsgründen gefällt werden müssen, vor allem an Straßen und Waldwegen. Insgesamt sind im Saarland demnach mittlerweile rund 98 Prozent aller Eschen befallen.

Video [aktueller bericht, 07.06.2019, Länge: 2:50 Min.]
Eschensterben im Saarland

Der Pilz, das falsche weiße Stängelbecherchen, ist in ganz Europa ein Problem. Wenn er sich einmal eingenistet hat, können die Bäume nicht mehr gerettet werden.

Forschung an resistenten Setzlingen

Der Saarforst setzt weiter auf die Forschung zu resistenten Eschensetzlingen. Bisher gibt es da aber noch keine Erfolge. Wenn die Esche verschwinden würde, wäre das nicht nur für das Ökosystem problematisch. Das Holz ist wertvoll - es wird für Möbel verwendet, aber auch für Griffe von Äxten oder anderen Werkzeugen.

Das Eschensterben geht weiter
Audio [SR 3, Niklas Resch, 07.06.2019, Länge: 02:40 Min.]
Das Eschensterben geht weiter

Über dieses Thema wurde u.a. in der "Region am Nachmittag" am 24.10.2019 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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