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Einschlafen, Durchschlafen, Ausschlafen

Der SR 3 Thementag rund ums Thema Schlaf

Autor: Steffani Balle / Onlinefassung: Andree Werner   28.03.2019 | 07:35 Uhr

Am Sonntag ist es wieder so weit: Die Uhr wird eine Stunde vor gestellt. Das heißt: Lange, helle Abende und eine Stunde früher raus! Insgesamt eine eher unselige Konstellation für ausreichenden Schlaf.

Die Zeitumstellung

Die Uhren werden in der Nacht von Samstag auf Sonntag von 2 Uhr auf 3 Uhr vor gestellt. Damit werden wir früher aus dem Erholungsschlaf gerissen als im Winter. Zudem wird das Schlafhomron "Melatonin" eine gute Stunde "später" produziert - wir werden also erst später müde!

Wecker (Foto: pixabay/obpia30)
Der Wecker klingelt bald früher

Dabei sind wir nach unserem natürlichen Rhythmus eher so angelegt, dass der Organismus erst ab etwa 9 Uhr auf Hochtouren läuft. Wir sind also sowieso schon immer zu früh dran mit Schule, Arbeit und Action - und im Sommer nochmals eine Stunde früher. Unsere innere Uhr ist nicht darauf angepasst, alles eine Stunde früher zu erledigen - das alltägliche Leben gibt dieses allerdings vor.

Kein Wunder also, dass vor allem die ersten Tage der Sommerzeit als belastend empfunden werden. "Das ist wie ein Mini- Jetlag, von dem man sich erst langsam erholt." erzählt Astrid Simon, Schlafmedizinerin an der Uniklinik Homburg.

Von Lerchen und Eulen

Wer abends, spätestens um 22 Uhr zum Schlafen ins Bett geht und entsprechend morgens früh aufsteht ist zum Einen eine sogenannte "Lerche" und zum Anderen in der Minderheit! Denn die "Eulen" also, jene die eben später oder gar erst nachts ins Bett gehen, sind laut einiger Studien zahlreicher!

So oder so: laut der Schlafmedizin liegt es an unseren Genen ob wir den frühen Vogel fangen oder doch eher die Fledermäuse zählen. Allerdings sind wir nicht das ganze Leben lang immer nur "Lerche" oder nur "Eule", wie unsere Reporterin an der Uniklinik Homburg erfahren hat.

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Audio [SR 3, (c) SR 3 Steffani Balle, 28.03.2019, Länge: 02:20 Min.]
Lerche oder Eule?
Um 5 oder 6 Uhr schon wach? Dann gehören Sie definitiv zu den "Lerchen". Also zu den Frühaufstehern unter uns. Oder bleiben Sie abends und nachts besonders lange auf? Dann gehören Sie wohl doch zu den "Eulen". So oder so: Sie können nichts dafür! Das hat SR 3-Reporterin Steffani Balle bei Schlafmedizinern der Uniklinik Homburg erfahren.

Besser schlafen durch Hightech

Hightech als Schlafhilfe: Das haben sich Aussteller auf der CES Las Vegas im Januar zum Thema gemacht. Bei der weltweit größten Elektronikmesse stellten sie Neuheiten vor, die tatsächlich einem besseren Schlaf dienlich sein sollen. Sebastian Schreiber hat sich die mal für uns angeschaut.

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Audio [SR 3, (c) SR 3 Sebastian Schreiber, 28.03.2019, Länge: 02:53 Min.]
Besser schlafen durch Hightech

Schlafräuber und wie man sie bekämpft

Audio [SR 3, (c) SR 3 Steffani Balle, 28.03.2019, Länge: 03:11 Min.]
Schlafräuber und wie man sie bekämpft

Nachts um drei Uhr hellwach sein ist, zumindest wenn man eigentlich schlafen will, das ist nicht lustig: Es ist weder Zeit aufzustehen noch wirklich lange Zeit bis zum Weckerklingeln, weil man früh zur Arbeit muss. Einschlafen, Durchschlafen, Ausschlafen... all das kann zum Problem werden. Stress im Alltag, körperliche Erkrankungen oder die falsche Einschlaftechnik können einem dem Schlaf sprichwörtlich rauben. Hier sind einige Tipps.

Enstpannungstechniken
Grundsätzlich gilt: Einschlafen lässt sich nicht erzwingen. Hin und her wälzen hilft da wenig. Denn der Körper muss entspannen. Dann lieber einen Nachtspaziergang machen. Auch Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation sind bewährte Einschlafhilfen.

Eigene Rituale finden
Beim Einschlafen helfen auch Rituale, wie Schäfchen zählen oder Lesen. Feste Bettgehzeiten können zudem das Einschlafen erleichtern.

Abschalten
Außerdem sollte man den Wecker so drehen, dass man die Uhrzeit nicht im Blick hat. Auch das Handy sollte man lieber ausschalten, um den Alltag, Zeitdruck und Termine aus dem Kopf zu bekommen.

Kein Alkohol
Andere Methoden, wie das Glas Rotwein extra, um endlich müde zu werden, sind eher nicht so gut: Alkohol schläfert zwar ein, kann aber auch für Durchschlafstörungen sorgen.

Extra schwere Bettdecken?
Ganz neu im Gespräch ist eine besonders schwere Bettdecke. Die soll aus der Trauma- Forschung stammen und erholsamen Schlaf bringen. Eine kurze Internet- Recherche ergibt: Es gibt wenige Studien, die sich mit dieser Decke befassen, lediglich eine kleine Studie aus dem Jahr 2008 besagt: ADHS- Kindern tut die Schwere im Bett gut. Ähnlich wie Säuglingen das feste Umwickeln des Körpers Sicherheit gibt, mutmaßen die beiden Schlaf- Experten von der Uniklinik.

Schlafmangel ausgleichen
Eine beruhigende Nachricht für alle, die zu wenig Schlaf bekommen haben: Man kann tatsächlich Schlaf nachholen. Und sei es auf der Couch am Nachmittag. Auf irgendeine Art und Weise sollte man im Schnitt zu seinen sechs bis acht Stunden Schlaf kommen, denn Schlafmangel hat direkte gesundheitliche Auswirkungen: Zum Beispiel verminderte Konzentration, Unausgeglichenheit, Anfälligkeit für Herzerkrankungen und erhöhten Blutdruck.

Schnarchen und Schlafapnoe - Therapiemethoden

Audio [SR 3, (c) SR 3 Steffani Balle, 28.03.2019, Länge: 03:11 Min.]
Schnarchen und Schlafapnoe - Therapiemethoden

Wer schnarcht stört. Bettnachbarn können da ein Klagelied singen. Aber Schnarcher stören auch sich selbst, oft ohne es zu merken: Die Luftzufuhr im Schlaf wird eingeschränkt und trotz genügend Schlaf fühlt man sich am Tag unausgeruht. Das kann auch zu Sekundenschlaf bei Tag führen.

Schlafapnoe
Diese Atemaussetzer beim Schnarchen bleiben oft unbemerkt: Man wacht kurz auf, schläft einfach weiter und erinnert sich am Morgen nicht mehr an die Wachphasen. Diese sorgen dafür, dass der Körper nicht genügend ausruhen kann. Kommt diese Aussetzer häufig und regelmäßig vor, spricht man auch von Schlafapnoe. Eine sichere Diagnose kann in einem Schlaflabor gestellt werden. Jeder fünfte Mensch ist von einer Schlafapnoe betroffen.

Therapiemöglichkeiten
Bei Schlafapnoe gibt es verschiedene Therapieansätze: Operation, Abnehmen oder das Tragen einer Schlafmaske oder einer Zahnschiene. Bei vielen Patienten hat sich die Schlafmaske durchgesetzt: Sie wird auf die Nase aufgesetzt und versorgt den Schlafenden mit reinem Sauerstoff.

Über dieses Thema wurde auf SR 3 Saarlandwelle am 28.03.2019 im Rahmen eines Thementages berichtet.

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