Astrid Kany mit Helfern der Ukraine Hilfe Göppingen (Foto: Astrid Kany)

48 Stunden Hilfseinsatz für Ukraine-Flüchtlinge

  14.03.2022 | 12:03 Uhr

Zahlreiche Ehrenamtliche und Organisationen aus dem Saarland engagieren sich für die ukrainischen Flüchtlinge. Auch Astrid Kany von "Surgical Mission Saarland" ist Anfang März an die ukrainisch-polnische Grenze gefahren. Mit den dortigen Kontaktleuten organisiert der Verein nun die Reise von Flüchtlingen ins Saarland.

Am 4. März machte sich Astrid Kany, die Vorsitzende von Surgical Mission Saarland, mit vollgepacktem Auto auf den Weg zur ukrainisch-polnischen Grenze. "Ich war die Einzige im Verein, die so kurzfristig beruflich frei machen konnte", berichtet sie im Gespräch mit dem SR.

Um nicht allein fahren zu müssen, schloss sie sich einer Hilfsinitiative aus Schwäbisch Gmünd an. Ziel war es, zum einen dringend benötigte Hilfsgüter wie Medikamente, Babynahrung, Windeln und andere Dinge an die polnisch-ukrainische Grenze zu bringen. Zum anderen sollten aber auch vor Ort Kontakte geknüpft werden für die nächsten Hilfsaktionen.

Stopp in Warschau

Ursprünglich war eine Fahrt nach Przemyśl geplant. Doch weil in dem Ort an der Grenze momentan chaotische Zustände herrschen, entschieden sich die Helfer, nach Warschau zu fahren.

Auf einer stillgelegten Militärbasis befindet sich dort eine Sammelstelle von der aus der weitere Transport an die Grenze und in die Ukraine organisiert wird. Von dort fuhren sie zu einer Sammelstelle für Flüchtlinge am Warschauer Busbahnhof, wo sie einen Teil der Hilfsgüter direkt verteilten.

Sehr belastende Eindrücke

Nach 48 Stunden und über 2100 Kilometer Fahrt war dieser Einsatz für Astrid Kany schon wieder beendet. Die Hebamme aus Saarbrücken ist dafür an ihre körperlichen und mentalen Grenzen gegangen: Die Einrücke von den traumatisierten Menschen vor Ort haben die erfahrene Hebamme, die schon viele Hilfseinsätze in verschiedenen Ländern der Welt mitgemacht hat, sehr belastet.

"Es gab keine Verletzten zu versorgen, keine medizinische Hilfe zu leisten, wie ich das sonst erlebt habe. Aber die traumatisierten Frauen und Kinder dort zu sehen, das sind krasse Eindrücke," so Kany. "Es war zwar ein völlig unblutiger Einsatz, aber trotzdem sehr belastend."

Wie es weiter geht

Diese Woche schickt das Team von Surgical Mission in Zusammenarbeit mit dem Malteser Hilfsdienst wieder einen Hilfstransport in die Region.

Gleichzeitig organisiert der Verein mit den Kontaktleuten vor Ort die Reise von Flüchtlingen ins Saarland. Die Menschen werden hier in Gastfamilien untergebracht, die von dem Verein betreut und auch mit Ausstatttung versorgt werden.

Dahinter stehe ein großes Netzwerk von Helfern in Deutschland und Menschen vor Ort, die ständig miteinander in Kontakt stehen, so Kany. "Darüber hinaus bereiten wir uns jetzt auf die Flüchtlinge vor, die vermutlich bald in Lebach unsere Unterstützung brauchen."

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