Ein schwarzer Stecker vor einer weißen Steckdose, mit einer Taschenlampe beleuchtet. (Foto: dpa/Sebastian Widmann)

Fast 3600 Stromsperren im Jahr 2017

Karin Mayer   12.02.2019 | 08:57 Uhr

Die saarländische Armutskonferenz fordert, dass im Saarland noch mehr getan wird, um Stromsperren zu verhindern. Allein im Jahr 2017 waren knapp 3600 Haushalte im Saarland von Stromsperren betroffen.

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Wenn der Strom plötzlich gesperrt ist
Audio [SR 3, Karin Mayer , 12.02.2019, Länge: 03:18 Min.]
Wenn der Strom plötzlich gesperrt ist

Das Ziel müsse sein, Stromsperren komplett zu vermeiden, sagt der Vorsitzende der saarländischen Armutskonferenz, Wolfgang Edlinger. Die bestehende Vereinbarung zur Vermeidung von Stromsperren müsse weiterentwickelt werden. Bisher würde dadurch nur Menschen geholfen, die von Arbeitslosengeld 2 lebten. 60 Prozent der Stromsperren beträfen aber Menschen, die im Niedriglohnsektor arbeiteten oder Rentner seien.

Edlinger fordert eine Clearingstelle und einen Sozialfonds bei den Energieversorgern. Es reiche nicht aus, Empfängern von Arbeitslosengeld 2 mit Darlehen zu helfen. Armut werde dadurch verfestigt. Stromsperren gefährdeten Leben, das sei in der Politik und bei den Energieversorgern offenbar noch nicht angekommen.

Das Verbraucherschutzministerium will kommende Wochen eigene Zahlen für das zweite Halbjahr 2017 bis Mitte 2018 vorlegen.

Über dieses Thema wurde auch in der SR 3-Rundschau am 12.02.19 berichtet.