Maisfeld und Hof von Familie Wender in Perl (Foto: Steffani Balle/SR)

(Kein) Streit um’s Maisfeld

Steffani Balle / Onlinefassung: Axel Wagner   14.08.2019 | 16:57 Uhr

Ein Maisfeld sorgt für Streit zwischen einem Landwirt aus Perl und dem saarländischen Umweltministerium – so war es vergangene Woche in einem Zeitungsbericht zu lesen. Der Grund: Wegen eines seltenen Vogels, der dort landen soll, forderte das Ministerium, dass das Feld vorzeitig abgeerntet werden soll.

Auf dem Renglischberg bei Perl ging es heute rund: Der Miet-Mähdrescher war am Werk, hat das etwa ein Hektar große Maisfeld der Familie Wender bis auf die Stielstummel abgemäht, gedroschen und mit dem Kleingedroschenen einen Anhänger nach dem anderen gefüllt.

Termin war längst abgesprochen

(Kein) Streit um Maisfeld
Audio [SR 3, Steffani Balle, 14.08.2019, Länge: 03:26 Min.]
(Kein) Streit um Maisfeld

„Wir wussten, dass wir heute unseren Mais häckseln, schon bevor wir ihn gesetzt hatten“, sagt Marion Wender. Schwiegervater Alfons Wender wartet am Hof beim Silo auf die Kippladungen Mais. 38 Tonnen kommen heute rein. Er bestätigt: Der Erntetermin heute war längst abgesprochen.

Dass der frühe Erntezeitpunkt nicht ideal ist, war dem Landwirt schon bei der Aussaat klar. „Letztes Jahr war der Mais etwas früher reif. Dieses Jahr braucht er noch zwei Wochen. Aber wir haben dieses Jahr extra eine frühe Sorte gesät, damit er auch einigermaßen trocken ist.“ Der Mais, so Wender, hätte noch vier, fünf Tage stehen können, aber sonst sei das ok.

Maisfeld von Familie Wender in Perl (Foto: Steffani Balle/SR)
Maisfeld von Familie Wender in Perl

Unklarheit über Bericht

Wie ein Bericht über Unstimmigkeiten oder gar eine Zwangsernte am Freitag in die Zeitung kommt, kann er sich nicht erklären. „Alles Kappes! Das wird hochgebauscht. Das ist bestimmt irgendeiner, der sich da etwas profilieren wollte oder einen Keil zwischen mich und das Ministerium treiben will.“ 

Mit ihm jedenfalls hatte vor dem Artikel niemand gesprochen. Telefonisch bestätigt die Sprecherin des Umweltministeriums allerdings, dass das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) den Landwirt darauf aufmerksam gemacht hatte, dass das Feld auf dem Renglischberg spätestens bis 15. August zu mähen sei, ansonsten gebe es Zwangsmaßnahmen. Umweltminister Jost sagte dem SR, der Landwirt habe die gleiche Verordnung wie alle anderen auch einzuhalten. Ab 15. August sei dort Schluss mit Maisanbau. Dazu sei man von der EU verpflichtet.

Kontrolle am Freitag

Schon am Freitag werde es Kontrollfahrten geben, um festzustellen, ob auch wirklich alle Felder abgeerntet sind. Warum aber die ganze Aufregung? „Weil hier der Morellenregenpfeifer landet“, sagt Marion Wender. „Der kann jetzt landen.“ Für’s LUA ein kleiner Tipp: Die Kontrollfahrten kann man sich schenken, hier ist alles blank gefegt.

Über dieses Thema hat auch die SR 3 Region am Nachmittag vom 14.08.2019 berichtet.

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