Streik in Frankreich (Foto: SR/Lisa Huth)

Landesweiter Streik in Frankreich

mit Informationen von Lisa Huth und der AFP   05.02.2019 | 16:32 Uhr

Am Dienstag hat in Frankreich ein landesweiter Streik stattgefunden. Aufgerufen hatte die Gewerkschaft CGT, andere Gewerkschaften haben sich angeschlossen. Demonstriert haben auch die Gelbwesten, die sich sonst nur samstags an den Verkehrskreiseln treffen. Auch Lothringen war betroffen.

Generalstreik in Frankreich
Audio [SR 3, (c) SR, Lisa Huth, 05.02.2019, Länge: 02:58 Min.]
Generalstreik in Frankreich

Die Forderungen sind nicht bei allen Gruppen gleich. Zusammengefasst sehen sie in etwa so aus: Erhöhung des Mindestlohns auf 1450 Euro im Monat. Erhöhung aller Löhne, Gehälter und Renten. Ein genereller Zuschuss für die, die den Nahverkehr nutzen. Abschaffung der Rentenreform, inklusive deren Besteuerung. Überhaupt mehr Steuergerechtigkeit und Aufrechterhaltung des öffentlichen Dienstes.

Macron wird als zu liberal empfunden

Die Forderungen werden erhoben, weil die Politik von Präsident Macron als zu liberal empfunden wird. Die Reichen bekämen immer mehr, während der größte Teil der Bevölkerung dafür zahlen müsse. 

Angefeuert von Äußerungen Macrons, etwa zu einem Arbeitslosen, er brauche nur über die Straße zu gehen, dann fände er einen Job, hatte die linke Gewerkschaft CGT unter anderem in Sankt Avold zur Demo aufgerufen. Sankt Avold deswegen, weil in dieser Ecke Lothringens derzeit besonders viele Arbeitsplätze abgebaut werden. Weitere Demos waren auch in Forbach, Nancy und Bar-le-Duc geplant.

Tausende Menschen auf den Straßen

Video [aktueller bericht, 05.02.2019, ab Minute: 16:42]
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Studierende und Schüler wollten sich anschließen, außerdem waren Lehrer, Postler und Beschäftigte im Gesundheitswesen zum Ausstand aufgerufen. Da es bei den Samstagsblockaden der Gelbwesten bereits zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen ist, wurden vorab Ratschläge verteilt: Es sollten keine Masken oder anderes Material getragen werden, das die Polizei veranlassen könnte, Leute festzunehmen.

In Paris gingen mehrere tausend Menschen auf die Straße. Die Demonstranten forderten höhere Löhne und Gehälter und eine Wiedereinführung der Vermögensteuer, die unter Präsident Emmanuel Macron weitgehend abgeschafft worden war. Der Eiffelturm blieb für Touristen geschlossen, da sich Mitarbeiter an der Kundgebung beteiligten.

Über dieses Thema wurde auch in der SR 3-Rundschau am 05.02.19 berichtet.