Nachwuchs im Storchenhorst in Perl-Besch (Foto: Landschaftsagentur Plus / BeckerBredel)

Storchen-Nachwuchs in Perl-Besch

mit Informationen von Markus Person   28.06.2022 | 13:00 Uhr

Letztes Jahr wurde in Perl-Besch ein Storchen-Nest aufgestellt und siehe da: In diesem Jahr gibt es schon Nachwuchs im Nest.

So langsam entdecken die Weißstörche das Saarland als gutes Sommer- und Brutquartier. Erste Brutansiedlungen gab nach Angaben des NABU 1998 in Homburg-Beeden. Im letzten Jahr verzeichnet der NABU schon 25 Brutpaare.

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Storchen-Nachwuchs in Perl-Besch
Audio [SR 3, Markus Person , 28.06.2022, Länge: 03:51 Min.]
Storchen-Nachwuchs in Perl-Besch

In diesem Jahr gibt es nun erstmals auch ein Storchenpaar mit Nachwuchs in Perl-Besch. Das Paar hat einen Horst bezogen, der erst im Vorjahr aufgestellt wurde. Es ist zwar nur ein Storchenkind im Nest, aber trotzdem ist die Freude groß.

Futterangebot ist entscheidend

Dass es nur einen Jungvogel gibt, das hänge daran, dass dieses Jahr ein schlechtes Mäusejahr sei, sagt Rolf Klein vom NABU Saarland. Weißströche würden nämlich nicht nur Frösche jagen, sondern als Fleischfresser vor allem auch Mäuse - vor allem in trockenen Zeiten. "Und wenn die Nahrungsbedingungen schlecht sind, dann passen sie sich sehr schnell daran an und es gibt nur einen Jungvogel", so Klein. Aber wenn dieser eine Jungvogel groß werde, dann sei auch das ein gutes Ergebnis.

Ein ganz besonderes Biotop

Dass die Aufstellung des Storchenhorstes so schnell zum Erfolg führte, ist nicht nur ein Verdienst des NABU, sondern auch des Landwirtes, auf dessen Grund der Horst aufgestellt werden durfte und es ist auch ein Erfolg der Landschaftsagentur Plus.

Die Agentur ist zuständig für Renaturierung von ehemaligen Industrieflächen. Die Besonderheit hier sei, dass durch den Kiesabbau eine komplett neue Landschaft entstanden sei - ein ganz besonderes Biotop an der Moselaue, so Michael Boes, der Büroleiter der Landschaftsagentur Plus.

Die "Nachfrage" könnte noch größer sein

Und deshalb soll es bei dem einen Storchenhorst auch nicht bleiben. In diesem Frühjahr hätten sich in der Gegend ungewöhnlich viele Störche aufgehalten, sagt NABU-Mann Rolf Klein. Und das zeige, dass es hier möglicherweise Potenzial für mehr Brutpaare gebe. Deshalb soll zeitnah schon mal ein weiterer Horst aufgestellt werden.

Ein Thema in der "Region am Mittag" vom 28.06.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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